Aktuell – 03.06.2014

Buch-Tipps: Haller, Sprecher, Greenwald, Lilienthal

Michael Haller: "Brauchen wir Zeitungen? Zehn Gründe, warum sie untergehen. Und zehn Vorschläge, wie dies verhindert werden kann.” Halem-Verlag. Erschienen 2014.

Thomas Schuler fast in der Berliner Zeitung das Buch so zusammen: Es geht in Hallers Buch um die Krise der Regionalzeitungen und darüber, wie sie überleben können. Die Zeitungen seien selbst schuld an ihrer Krise, weil sie die Bedürfnisse ihrer Leser vernachlässigten. Und Haller spart dabei nicht mit Kritik: Edelfedern gehörten in die Beilagen, der Erzähljournalismus sei das falsche Rezept, und die These von Constantin Seibt (im Blog "Deadline"), es zähle Stil und Haltung, bezeichnet Haller als Dampfplauderei. Die Leser wollten, so Haller, Ereignisse nach klassischen journalistischen Kriterien wie Aktualität und Relevanz vermittelt haben, wollten am Morgen Relevanz und Orientierung.

Knut Kuckel (journalisten-bloggen.de) hat "das Buch mit Interesse gelesen", weil es eine Gegenthese zu den Vielen voreiligen Verkündigungen über das Ende der Zeitung formuliere. Und Haller sage aucxh, um was es zentral gehe:  "Die Zukunft der Regionalzeitungen hängt wesentlich davon ab, ob die Redaktionen in ihrem Rollen- und Funktionsverständnis den Sprung von den 1980er-Jahren in unsere nachmoderne Ära schaffen. Ob sie, mit anderen Worten, den Perspektivenwechsel – weg von der Sicht der Machtträger und der Institutionen, hin zur Alltags- und Erfahrungswelt (vor allem) der jüngeren Erwachsenen – vollziehen können".

Handelsblatt-Chefredakteur Hans-Jürgen Jakobs bezeichnet das Buch als "ziemlich unbarmherziges Analysebuch”.Das Buch wird in der Branche heftig diskutiert. Wer mitreden will, muss es gelesen haben.

Michael Haller war lange Journalist, auch in der Schweiz, dann Medienwissenschafter in Leipzig und Hamburg.

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Margrit Sprecher: "Unsere Kampf-Piloten". Mit Bildern von Fabian Biasio. (Erscheinen im Mai 14). Echtzeit Verlag, Basel.

Die bekannte Reporterin Margrit Sprecher beschreibt, wie elf junge Männer und eine Frau in der Schweizer Armee zu Kampfpiloten geschult werden.

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Glenn Greenwald: "Die globale Überwachung. Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen." Droemer Verlag (Erschienen 2014). Das Buch beschreibt nicht nur das NSA-System der weltweiten Überwachung. Der Autor ist jener Journalist, welchem Edward Snowden die brisanten NSA-Daten übergeben hatte. Und er schildert, wie er die Glaubwürdigkeit von Snowden und des Materials zu Beginn einzuschätzen versucht hat, wie er die Kooperation mit dem Guardian aufgegleist hat, und warum er das Buch der NSA vorlegen musste. Ein interessantes journalistisches Lehrstück.

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Volker Lilienthal: "Recherchieren". (Erschienen im Mai 14). UVK Verlag.

Volker Lilienthal war lange Jahre (Medien)Journalist und ist heute Professor für "Praxis des Qualitätsjournalismus" an der Universität Hamburg.

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