Aktuell – 30.10.2013

Neue Buchtipps

"Abc 4 USA. Amerika verstehen", Arthur Honegger, Stämpfli Verlag Bern. 300 Kurztexte, journalistisch, politisch, unterhaltend, persönlich – auch als Begleiter on the Road.

"Anfänge. Und so weiter" Jean-Martin Büttner, Echtzeit-Verlag. Gelingt der erste Satz, gerät auch der Text. Über den Zauber und die Qual von Anfängen, eine Abfolge loser Texte. Es geht um Musik, Politik, Kino, Literatur und Journalismus.

"Fotojournalismus", Julian J. Rossig, UVK. Ein aussagekräftiges Pressefoto lässt sich nicht im Vorbeigehen schießen: Wenn es seine eigene Geschichte erzählen soll, benötigt es ebenso viel Fachwissen, Hingabe und Konzentration wie eine mühsam geschriebene Reportage. Ein Lehrbuch, völlig neu überarbeitete Auflage.

"Lautsprecher und Widersprecher. Ein Ansatz zum Vergleich der Mediensysteme", Roger Blum, Herbert von Halem Verlag Köln. Ein wissenschaftliches Buch, aber journalistisch geschrieben. Die These: die Mediensysteme der Länder gleichen sich noch lange nicht an, trotz kapitalistischer Globalisierung und trotz Digitalisierung.

"Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld. Panikattacken mit Happy End", Silvia Aeschbach, Wörterseh Verlag. Die Journalistin Silvia Aeschbach schildert mit Humor und Selbstironie endlich eine Diagnose und einen Namen für ihre Krankheit erhielt, wie sie mit ihrer Angststörung leben lernte und an ihr auch wachsen konnte.

"Multimediales Erzählen", Barbara Witte, Martin Ulrich, UVK. Eine Geschichte mit Texten, Fotos, Videoclips, Audio, Grafik, Animation und Interaktivität zu erzählen – ein Lehrbuch.

Werbung

"Rakkaus! (finnisch: Liebe)", Christian Gasser, Rowohlt. Roman. Mit Witz und Gefühl erzählt der Journalist Christian Gasser von einem Land, in dem die Liebe RAKKAUS heißt und sich auch so anfühlt.

"Recherche im Netz", Marlis Prinzing und Vinzenz Wyss (Hrsg.), Europa Verlag Zürich. Experten aus Journalismus und Wissenschaft geben einlässlich Auskunft zu Recherchetechniken – mit Praxisbeispielen, Checklisten, Links und Tipps.

"Reportagen für die Informationsfreiheit", Reporter ohne Grenzen, ROG. Ein neues Album mit Bild- und Textreportagen zugunsten der Informationsfreiheit. Mit (gespendeten) Bildern u.a. von Thomas Kern, Meinrad Schade, Pascal Mora und Anja Niedringhaus, Texten u.a. von Arnaud Robert, Kurt Pelda und Christof Moser.

"Zwischen Medienfreiheit und Publikumsschutz", Roger Blum, Pierre Rieder, UBI Bern. Die Medienregulierung in der Schweiz und die Praxis der UBI  –  ein Handbuch zur Radio-TV-Beschwerdepraxis.

Einzelne Besprechungen folgen.

 

Bücher-Winter 14 – wo steckt Journalismus drin? Ergänzend zu den Hinweisen im Heft weitere Tipps zu aktuell erschienenen Büchern:

Alessandro Della Bella, bekannt als Keystone-Fotograf, legt den Bildband "Helvetia by Night” vor. Auf 170 von 192 Seiten Fotos zur Schönheit und Vielfalt der nächtlichen Schweiz (NZZ Verlag).

Jens Oldenburg (Fotos) und Kathrin Ueltschi (Text, SRF2 Kultur) zeigen im Buch "Verborgene Feste", wie  verschiedene religiöse Gemeinschaften in der Schweiz ihre Feste feiern (rüffer&rub Verlag).

Emanuel La Roche (früher Tages-Anzeiger) hat ein Buch über seinen Grossvater veröffentlicht: "Doctor, sieh mich an!", welches das Wirken des Basler Arztes Hermann Christ unter Armeniern, Türken, Kurden & Arabern im südosttürkischen Urfa schildert (Chronos Verlag).

Corina Lanfranchi schildert in "Gut zum Druck!” die 525-jährige Geschichte des Basler Druck- und Verlagshaus Schwabe dar (Schwabe Verlag).

Hinweise, die bereits im Heft erschienen sind:

Daniela Schwegler (Freie Journalistin u.a. für NZZ, Beobachter, Das Magazin) hat in "Traum Alp” quer durch die Deutschschweiz Älplerinnen mit sehr unterschiedlicher beruflicher Herkunft besucht. Die Reportagefotos stammen von der Fotografin Vanessa Püntener (Rotpunkt Verlag).

"Der Bischof als Druide” heissen die "Berichte aus Graubünden” mit vierzehn Gedankenwanderungen und Kopfspaziergängen. Verfasst vom Journalisten (früher Radio DRS und RTR) Peter Egloff. (Casanova Verlag)

Letztes Jahr erschienen, dieses Jahr hat das Buch den Publikumspreis des vom Beobachter lancierten Prix Courage erhalten: "Tal des Schweigens” des Journalisten Kurt Marti enthält Reportagen über Parteifilz, Kirche, Medien und Justiz im Wallis. Marti, langjähriger Redaktor der Roten Anneliese, wurde für seine Artikel von der Walliser Justiz verurteilt – schließlich sprach ihn das Bundesgericht in allen Punkten frei. (Rotpunkt Verlag)

Die freie Journalistin (für NZZ, Radio SRF usw.) und Nahost/Islam-Expertin Susanne Schanda beschreibt in "Literatur der Rebellion” den Kampf der ägyptischen Intellektuellen für Demokratie und Freiheit. (Rotpunktverlag).

Der Journalist Sebastian Borger (Deutschland und London) erzählt in "Verzockt” die Geschichte des Bankers Adoboli und der Investmentbank UBS. (Stämpfli Verlag)

Der Multimedia-Redakteur des deutschen WDR, Simon Sturm, hat ein Fachbuch zu "Digitales Storytelling” verfasst. (VS Springer). Begleitend zum Fachbuch präsentiert der Autor das Thema auch auf www.digitales-storytelling.de

Der Fotograf Andri Pol legt einen Bildband mit Fotos aus dem Genfer Zentrum für Kernforschung CERN vor. Er hat dort die multikulturelle Forschergemeinschaft bei der Arbeit begleitet: "Menschen am CERN". Mit einem Essay von Peter Stamm. (Lars Müller Publishers)

Die Kommunikationswissenschafterin Miram Meckel geht im Buch "Wir verschwinden” der Frage nach, wieweit durch die Digitalisierung Individualität und Eigensinn verloren gehen. "Die unsichtbaren Veränderungen unseres Lebens müssen wieder sichtbar gemacht werden, um die Freiheit der eigenen Entscheidung zu erhalten.” (Verlag "Kein & Aber”)

Der "Tagi"-Journalist Constantin Seibt hat aus seinem Blog ein Buch gemacht: "Deadline. Über den täglichen Kampf mit dem Text". Es geht darum, wie man besser schreibt. Aber kein Lehrbuch im klassischen Sinn, eher Reflexionen zum Journalismus, in gute Stories verpackt. Wie gewohnt wird es dabei nicht langweilig. (Kein+Aber-Verlag).

Die "Blick"-Journalistin Franca Siegfried arbeitet im Newsroom und hat als Teil ihrer Uniarbeit beobachtet, wie die Redaktionsarbeit für den "Blick am Abend" abläuft: "Eine Zeitung in vier Stunden – der Journalistische Herstellungsprozess der Pendlerzeitung "Blick am Abend" (LIT Verlag).

Ein leider zunehmend aktuelles Thema: Der Medienwissenschafter Colin Porlezza untersucht den wachsenden Einfluss von Werbung auf redaktionelle Inhalte: "Gefährdete journalistische Unabhängigkeit" heisst die Dissertation in Buchform (UVK).

Zwei Bücher sind zum Jubiläum der Privatradios erschienen. Von den Publizisten Roger Thiriet und Walter Rüegg mit "On Air; Dreissig Jahre Lokalradio in der Schweiz" (CMS Verlag), und vom Journalisten Robert Bösiger zusammen mit Jürg Schneider: "Euses Radio; Radio Raurach – Vom Werden und Verschwinden eines Baselbieter Lokalradios" (Kantonsverlag Baselland).

Willi Wottreng ("NZZ am Sonntag") hat die Geschichte der Lady Shiva recherchiert – der "Muse, Hure, Model und Mutter, Schauspielerin, Kuratorin, Sängerin und Provokateurin" (NZZ) im Zürich der 70er Jahre. ("Lady Shiva, Aufbruch auf High Heels", Elster-Verlag).

Die Journalistin Esther Girsberger, auch Spezialistin für den nahen Osten, ist der Frage nachgegangen, wie Livia Leu als Frau ihre Funktion als Schweizer Botschafterin im Iran ausübt. ("Livia Leu", WÖRTERSEH).

Ein Journalist macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Der Krimi "Schachzug" spielt im Baselbiet und im Milieu der Bahn. Kein Wunder, gilt der Autor und Journalist Rolf von Siebenthal doch als Spezialist zum Thema Eisenbahn. (Gmeiner Verlag).

Michèle Roten ("Magazin") wendet sich mit ihrem Buch an "Mütter, die finden, es könnte auch lustiger sein". Und an "Frauen, die sich überlegen, Mutter zu werden, und die Wahrheit wissen wollen." ("Wie Mutter sein. Ein Baby! Ja hurra aber auch", Echtzeit).

Bereits im Sommer hat Christoph Keller (Radio SRF2 Kultur) seinen Roman "Übers Meer" (Rotpunktverlag) herausgebracht. Ein "erzählerisches Mosaik des Mittelmeers" mit Protagonisten in Tunesien, Lampedusa, Mali, Zürich, New York.

Barbara Kopp betrachtet in der Biographie der Journalistin Laure Wyss ein exemplarisches Frauenleben und zugleich ein Stück Schweizer Mediengeschichte: "Laure Wyss – Leidenschaften einer Unangepassten". Zudem hat der Limmat-Verlag neu ein Lesebuch mit Texten von Laure Wyss als Schriftstellerin herausgebracht.

Aktuell

alle Beiträge

Ihr Kommentar

Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* = erforderlich

Sicherheitscode *