Redaktionsschluss – 15.01.2016

Dominique Eigenmann benennt die Täter – ein Beitrag zur Medienethik

Soll man klar benennen, wer die Täter von Köln sind? Oder durch Weglassungen u verhindern versuchen, dass Rassisten falsche Folgerungen ziehen? Dieser Diskurs lief in den letzten Tagen nicht nur in Deutschland.

Dominique Eigenmann, Deutschland-Korrespondent des Tages-Anzeigers, bringt es auf den Punkt, woher die Täter kommen. Er benennt sie genau und stützt sich auf Recherchen. Es sind in Deutschland sehr oft Flüchtlinge aus den Maghrebstaaten, ebenso im Fall Köln. Eigenmann bringt weitere Fakten – schonungslos. Die Kriminalitätsrate von Flüchtlingen aus diesen Ländern ist ausserordentlich hoch – das belegen Zahlen des deutschen Bundeskriminalamtes für die letzten zwei Jahre. "Von den 521 in Köln registrierten Marokkanern tauchten 40 Prozent innerhalb dieses Jahres als Beschuldigte in einem Strafverfahren auf." Eigenmann schreibt über weitere Belege, welche die Deutsche Polizei gesammelt hat.

Und dennoch belegt Eigenmann mit dieser Konkretisierung, wie falsch es ist, von kriminellen Ausländern oder Flüchtlingen zu sprechen. Zwar unterlässt er es – es ist wohl zu offensichtlich – dass es sich bei den Beschuldigten sozusagen ausschliesslich um Männer handelt. Er sagt auch nichts dazu, dass wir nicht wissen, ob sich diese Kriminellen tatsächlich auf den Islam beziehen und tatsächlich religiös leben – oder einfach nur aus einer islamisch geprägten Kultur stammen. Aber Eigenmann geht genauer auf die Nationalitätenfrage ein: Bei Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak ist die Kriminalitätsrate ausgesprochen tief.

Die einfache Folgerung: Gerade wenn man die Täter genau benennt, wenn man genau hinsieht und in die Tiefe recherchiert, muss man erschreckende Feststellungen machen: Viele Männer – wenn auch nicht die Mehrheit – aus dem Maghreb, zum Teil auch aus Ländern des Balkan – nutzen ihren Flüchtlingsstatus schamlos für kriminelle Taten. Aber die allgemeine Folgerung, es seien "Ausländer" oder "Flüchtlinge", ist kreuzfalsch.

Die genaue Recherche, die genaue Benennung der Fakten und Handelnden ist richtig: Sie verhindern, dass falsch pauschalisiert, verurteilt, diskriminiert wird. Mit der genauen Benennung der Fakten und Handelnden entlastet Eigenmann letztlich "DIE Flüchtlinge".

So arbeitet Journalismus ethisch.

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Diebe ohne Perspektiven, Dominique Eigenmann. Tages-Anzeiger vom 14.1.15

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/diebe-ohne-perspektive/story/21849044

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