10. Juli 2007 von Klartext

Urheberrechte

hs./ Die Urheberrechte von Medienschaffenden sind wieder einmal gefährdet. “Zahlreiche Verlage, allen voran Tamedia und Ringier”, seien dazu übergegangen, so klagt die Urheberrechts-Gesellschaft Pro Litteris in ihrer Mitgliederzeitschrift “Gazzetta”, “von den Journalistinnen und Journalisten, die Mitglieder der Pro Litteris sind, zu verlangen, die Mitgliedschaft per sofort zu kündigen.” Die Zielrichtung ist klar: “Damit wollen sie sicherstellen, dass ihnen sämtliche Zweitnutzungsrechte, insbesondere für das Internet, an den in ihren Publikationen erschienenen Texten zustehen.” Bereits haben Pro Litteris und die JournalistInnenorganisationen Comedia und SVJ die Veröffentlichung eines Merkblattes beschlossen. Sie raten von einem vollständigen Austritt ab: Wer ganz auf die Pro-Litteris-Mitgliedschaft verzichtet, verliert beispielsweise auch die Reproduktionsrechte (bei Fotos) und die Fotokopierrechte (bei Text und Bild). Allerdings ist es auch möglich, dass Medienschaffende nur einen Teil ihrer Rechte an Pro Litteris übertragen und beispielsweise das umkämpfte Internet-Recht an die Verlage abtreten oder selber verwalten.

10. Juli 2007 von Klartext

“Bund” erfolgreich

hs./ Wieder einmal greift Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), zum rhetorischen Zweihänder und schreibt dieses Mal von “politischen Falschspieler-Tricks des Bundesgerichtes”. Den Zorn des Nutztier-Schützers auf sich gezogen haben jene fünf Bundesrichter, die Mitte November den Berner “Bund” vom Vorwurf der Persönlichkeitsverletzung freisprachen. Der “Bund” hatte im Juni 2001 einen Satz aus der Dissertation des Zürcher DRS-Regionaljournalisten Pascal Krauthammer übernommen: “Nachweislich unterhielt Kessler Kontakte zur Neonazi- und Revisionistenszene.” Das Thurgauer Obergericht hatte die Berner Tageszeitung im Sommer 2002 noch verurteilt, da Kessler zwar Kontakte zu Holocaust-Leugnern, nicht jedoch zur Neonazi-Szene nachgewiesen werden könnten. Die bundesgerichtliche Begründung des Freispruches ist zwar noch ausstehend, doch das Verdikt verheisst auch Pascal Krauthammer bessere Aussichten vor Gericht. Ihn hat Kessler ebenfalls wegen Persönlichkeitsverletzung eingeklagt und Mitte Oktober 2002 beim Bezirksgericht Münchwilen ein vorläufiges Verkaufsverbot von Krauthammers Dissertation “Das Schächtverbot in der Schweiz 1854-2000” erreicht.

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