11. Juli 2007 von Klartext

Virtuelles Pressehaus

nil./ Seit Ende März ist die JM Jüdische Medien AG, Herausgeberin der Magazine „Tachles“ und „Aufbau“, als erster Schweizer Verlag mit einem Ableger und einem Magazin in „Second Life“ vertreten. Im virtuellen Pressehaus gibt es unter anderem ein „aufbau Café“ und eine „tachles Gallery“. Damit soll die europäische Kaffeehaustradition etwas anders wieder aufgenommen werden, schreibt das Wochenmagazin „Tachles“.
In der Online-Simulation „Second Life“ können Menschen ihr Alter Ego in einer dreidimensional animierten virtuellen Welt mit anderen Avataren interagieren, spielen oder Handel treiben lassen. Immer mehr Firmen nutzen die Plattform für Werbezwecke und eröffnen Filialen in diesem „zweiten Leben“; so auch Medienunternehmen. Der Axel-Springer-Verlag gibt mit „The Avastar“ eine Zeitung heraus, die über das Geschehen in „Second Life“ berichtet, Spiegel Online berichtet in einem Tagebuch aus der Parallelnetzwelt. Nun ist das Medienangebot mit dem „2 Life Magazine“ um einen jüdischen Titel erweitert worden.
Im englischsprachigen Heft, dessen Erstausgabe gratis als PDF-Datei bezogen werden kann, finden sich Texte zum jüdischen Leben in „Second Life“ (www.2lifemagazine.com). Wichtige Anliegen seien Diskussion, Debatte, Diskurs und Dialog, sagt Yves Kugelmann von der Jüdischen Medien AG. „Zum einen wollen wir klassischen Journalismus betreiben und zugleich neue Vermittlungstechniken nutzen“, so Kugelmann in einem Interview mit dem Online-Magazin „Telepolis“. Darauf angesprochen, ob die Verbreitung rechtsextremer Ideen in der Online-Simulation beschränkt werden solle, erwidert Kugelmann, er könne sich vorstellen, dass „Second Life“ nicht ein Ort der Verbote werde, aber ein Ort von Commitments, dass etwa ein von Avataren selbstgeschaffener Kodex regulierend wirke. „Ich glaube, dass die Selbstregulation im ‚Second Life‘ noch markanter funktionieren wird als in Zivilgesellschaften.“

http://www.secondlife.com

11. Juli 2007 von Klartext

Bakom stiftet Unruhe

hb./ Der Entscheid des Bundesamts für Kommunikation, im Rahmen der Vernehmlassung für die neuen Fernseh-Versorgungsgebiete den französischsprachigen Teil des Kantons Freiburg kurzerhand dem Kanton Waadt zuzuschlagen, ist auf Widerstand gestossen. Sowohl der Kanton Waadt als auch der Kanton Freiburg – von der Regierung bis zu den betroffenen Medienunternehmen – kritisieren die mangelnde Einheitlichkeit des Versorgungsgebiets und die Vorstellung, dass ein Waadtländer Fernsehen die Freiburger Gebiete abdecken könnte. Zu kompliziert, zu kostspielig, ist die einhellige Meinung. Im Kanton Freiburg gibt es nun Versuche, ein eigenes Fernsehen auf die Beine zu stellen; beteiligt sind Radio Fribourg, die Regionalzeitung „La Liberté“ und die Ecole de multimédia et d’art in Freiburg. Doch ohne eigene Konzession und die damit verbundenen Gebührenbeiträge, so Co-Direktor Thierry Savary von Radio Fribourg, werde das Projekt nicht vorankommen. Laut Caroline Sauser vom Bakom wird es voraussichtlich Juni, bis die Antwort des Bundesrats auf die Vernehmlassung vorliegt. Theoretisch wäre es möglich, ein weiteres Versorgungsgebiet zu definieren: „Aber das ist reine Theorie!“ Denn das Bakom wolle Versorgungsgebiete in einer Grösse, die die wirtschaftliche Machbarkeit und Qualität der Programme sichere. (In den ebenfalls umstrittenen Versorgungsgebieten Zürich und Ostschweiz haben das Bakom, respektive das UVEK inzwischen auf die Einwände reagiert. Vgl. Seite 42.)

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Ausgabe: 5 | 2018

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