11. August 2009 von Bettina Büsser

Dr. Kalls Entspannungsrezept…

… für Matthias Hagemann

1. Legen Sie sich auf den Boden
2. Schliessen Sie die Augen
3. Ausatmen
4. Einatmen
5. Geräusche stören, stellen Sie das Radio ab*
6. Ihr Körper wird ganz schwer, Sie spüren seine Grenzen
7. Sie spüren, dass jenseits der Grenzen andere sind, die Sie nichts angehen**
8. Ihre Arme sind ganz schwer, Ihre Hände öffnen sich
9. Sie können nun alles loslassen, was Sie belastet
10. Sie spüren, wie die Bürden von Ihnen genommen werden

Besten Dank!

* Christian Heeb dankt
** Peter Wanner wirds hinnehmen müssen

11. August 2009 von Nick Lüthi

Ende der Eiszeit zwischen „Basler Zeitung“ und „Aargauer Zeitung“

Meldungen wie diese gehören längst zur Tagesordnung: Zeitung X übernimmt Artikel von Zeitung Y – und umgekehrt. In der Not treiben es bekanntlich alle mit allen. Heissen die beiden Titel, die da zusammenspannen, aber BaZ und „Aargauer Zeitung“, dann lässt das aufhorchen.

Bis vor Kurzem herrschte zwischen den Verlegern der beiden Zeitungen, Matthias Hagemann und Peter Wanner, offiziell Funkstille; Beobachter sprachen gar von „Eiszeit“. Vor allem Hagemann war es, der schmollte und mit seinem Verlegerkollegen im Aargau nicht mehr sprechen wollte, seit dieser vor drei Jahren die „Basellandschaftliche Zeitung“ übernommen hatte und damit bis tief in die Stammlande der BaZ vorgedrungen war. Nun hat sich am Rheinknie ein gewisser Pragmatismus breitgemacht und eine – vorerst partielle – Kooperation mit dem bisherigen Erzfeind scheint wieder möglich zu sein. Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien, bestätigt gegenüber KLARTEXT, dass sich das Klima zwischen den beiden Verlagen in letzter Zeit entspannt habe und auch deshalb dieser Kooperationsschritt möglich gewesen sei. Ab 1. September stellt die BaZ der AZ ihre Texte aus dem Kulturteil zur Verfügung, im Gegenzug können die Basler Inland-Artikel der Aargauer übernehmen. „Das Ziel dieser losen Zusammenarbeit liegt darin, die Folgen des Stellenabbaus zu lindern, den beide Zeitungen hinter sich haben“, informierte AZ-Chefredaktor Christian Dorer Ende Juli seine Redaktion. Bei der BaZ wird es nicht anders geklungen haben.
Überhaupt spart Verleger Matthias Hagemann derzeit, wo er nur kann: Birkhäuser Rotationsdruck weg, Radio Basel 1 weg, „Baslerstab“ abgespeckt, BaZ-Online gestutzt. Schritt um Schritt verschlankt Hagemann seine Basler Zeitung Medien AG. Seit Neuestem steht nun auch die Beteiligung an der Pendlerzeitung „News“ auf dem Prüfstand, wie sowohl Hagemann als auch sein CEO Meyer mehrfach öffentlich erklärten. Verlustreiche Geschäfte müssen weg, sagt Hagemann und handelt auch entsprechend. Die Not scheint gross zu sein in Basel. Das freilich bestreitet der einsame Verleger, dessen Territorium im Norden von der Landesgrenze und im Süden von Peter Wanners „Mittelland Zeitung“ begrenzt wird. Zusammen mit der Werbevermarkterin Publigroupe muss der Basler Verleger nach einem Nachfolger suchen für deren Aktienpaket im Umfang von 37 Prozent. Interesse angemeldet haben sowohl die NZZ als auch Tamedia. Zum „natürlichen Verbündeten“ Tamedia, mit dem die Basler bisher Website, Pendlerzeitung, „Das Magazin“ und Werbekombi Metropool teilen, hält Hagemann öffentlich Distanz und behandelt die Zürcher als lediglich einen von mehreren möglichen Partnern. Auch im Ausland sei er am Verhandeln, sagt der Basler Verleger. Mit wem bleibt selbstverständlich sein Geheimnis.
Oberstes Ziel Hagemanns ist es, mit seinem Medienhaus weiterhin unabhängig zu bleiben und nicht von einem Grösseren geschluckt zu werden. Ob ihm das gelingt, gilt heute als ungewiss. Denn Tamedia, mit der die Basler Zeitung die engsten Bande hat, wird sich nicht einfach so gegen die Konkurrenz von AZ (und auch NZZ) ausspielen lassen, zumal die Zürcher gewisse Druckmittel in der Hand haben. Etwa das Werbekombi Metropool, das der BaZ erst den Zugang zu den überlebensnotwendigen nationalen Inseratekampagnen ermöglicht. Oder die mit dem Newsnetz von Tamedia kurzgeschlossene Website bazonline.ch, für die das Basler Unternehmen nach einer Stellenreduktion nun praktisch sämtliche Inhalte von der Zentralredaktion aus Zürich bezieht. Wenn nun Hagemann auch noch bei der Pendlerzeitung „News“ aussteigen will, dann dürfte Tamedia die Basler nicht einfach so ziehen lassen. Laut CEO Beat Meyer verhandeln die beiden Unternehmen derzeit darüber, wie die Basler Zeitung Medien den Zusammenarbeitsvertrag mit Tamedia für die Pendlerzeitung „News“ auflösen können. „Das geht nur mit einem Geben und Nehmen“, ist für Meyer klar. Wieweit man in Basel bereit ist, den Forderungen aus Zürich entgegenzukommen, sagt er aber nicht. Von Tamedia dagegen ist schon lange bekannt, dass sie das Basler Medienhaus gerne ihrem Konzern einverleiben würden.

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