11. Juli 2007 von Klartext

Mit Frack und Linse

hs./ Der promovierte Jurist und Sohn einer grossbürgerlich-jüdischen Berliner Familie gehörte zu den bekanntesten Fotografen in der Zwischenkriegszeit. Berühmt wurde er in den Zwanziger Jahren mit heimlich aufgenommenen Gerichtsbildern und mit Reportagen von grossen politischen Konferenzen, an denen er die damals wichtigen Politiker abfotografierte, als gehöre er zur Familie. Ebenso vertraut war er mit grossen Künstlern seiner Zeit. Bei Beginn der nationalsozialistischen Diktatur floh er in die Niederlande. Nach dem deutschen Einmarsch misslang ihm die Flucht: Nazis ermordeten ihn, seine Ehefrau und seinen jüngeren Sohn 1944 in Auschwitz. Das Fotomuseum Winterthur präsentiert eine Ausstellung, die bereits in Berlin gezeigt wurde.

„Mit Frack und Linse durch Politik und Gesellschaft“. Fotomuseum Winterthur. Bis 19. Februar 2006. Montag geschlossen. www.fotomuseum.ch

11. Juli 2007 von Klartext

LibertéFreiheitLibertà

bbü./ Traurige Bilder, fröhliche Bilder: Die Freiheit hat viele Gesichter. Das zeigt der Fotoband „LibertéFreiheitLibertà“, der Anfang Dezember zum 15. Geburtstag der Schweizer Sektion von „Reporter ohne Grenzen“ (RoG) erschienen ist. Er enthält rund hundert Bilder, aufgenommen in der ganzen Welt, von „Vater und Sohn im Stall“ aus dem Kanton Appenzell bis hin zu „Edward Siteka, 30-jährig, aidskrank“ aus Simbabwe.
Bekannte Fotografinnen und Fotografen aus der Schweiz haben mit der Kamera die Vielfältigkeit von Freiheit und Unfreiheit illustriert – eine Seite zeigt trauernde und frierende kurdische Männer nach einer Beerdigung, die nächste eine alte rumänische Roma, die lächelnd zum ersten Mal in ihrem Leben wählt. Oder eine Seite zeigt algerische Kinder, die „Terrorist und Polizist“ spielen, die nächste strahlende algerische Fussballerinnen. Unter dem Stichwort „Schweizer Fotografen für die Pressefreiheit“ haben die 20 Schweizer FotografInnen die Rechte an ihren Bildern an RoG abgetreten, um deren Arbeit, den Einsatz für „das Recht zu informieren und informiert zu werden“, zu unterstützen. Der Band wird in der ganzen Schweiz zugunsten von RoG an Kiosken verkauft. Sprachprobleme gibt es dabei keine: Die wenigen begleitenden Texte sind in den drei grossen Landessprachen gedruckt – und die vielen Bilder brauchen keine Worte.

Reporter ohne Grenzen, Schweizer Fotografen für die Pressefreiheit: „LibertéFreiheitLibertà“, 12 Franken, an allen Kiosken in der ganzen Schweiz.

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Ausgabe: 5 | 2018

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