30. November 2010 von Antonio Haefeli

Mehr als nur Musiksender

„Talk vor 12“ auf Radio 105 behandelt politische und gesellschaftliche Themen, unterhaltsam verpackt für ein junges Publikum. Ob Ausschaffungsinitiative, Geschlechtsumwandlung oder Hanflegalisierung: Im „Talk vor 12“ wird hart diskutiert. klartext.ch hat mit Moderator und Sendungsmacher Michael Sahli gesprochen.

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27. Oktober 2010 von Pascal Wettstein

Wann hat sich die Billag letztmals bedankt?

Wie in der Schweiz wird auch in Schweden das öffentliche Radio und Fernsehen durch eine Gebühr finanziert, die jeder Haushalt zahlen muss. Für das Inkasso zuständig ist der Radiotjänst, das schwedische Pendant zur Billag, der Schwarzseher und -hörer mit Hausbesuchen behelligt. Vor einiger Zeit wurde nun bekanntgegeben, dass die Kontrolleure nicht mehr unangemeldet kommen würden.

In den letzten Monaten hat Radiotjänst jedoch seine Strategie wieder geändert. Nun ist man nirgends mehr sicher. Jederzeit und überall können die Beamten zuschlagen. Jedoch tun sie dies auf eine überraschend unterhaltsame Art.

Neuerdings bedankt sich „Radiotjänst“ bei jenen, die ihre Gebühr auch wirklich bezahlen, anstatt vor den unangenehmen Kontrollen zu warnen und mit dem Finger auf die Drückeberger zu zeigen. Die Art der Kampagne, mit dem witzigen Einsatz von Flashmobs ist sympathisch. Der Service Public bedankt sich bei denjenigen die ihn erst möglich machen: Beim Publikum.

Wäre dies ebenfalls eine mögliche Strategie für die Billag? Die Parallelen zwischen den beiden Ländern sind offensichtlich. Ein Schwedischer Haushalt mit TV und Radioanschluss bezahlt pro Jahr umgerechnet ungefähr 300 Schweizerfranken (in der Schweiz sind es 460 Franken). Das Nicht-Bezahlen der Gebühr ist auch im skandinavischen Land strafbar. Auch stösst diese Form der Medienfinanzierung nicht nur auf Zustimmung, aber mehrheitlich.

Eine Umfrage hat gezeigt, dass der Grossteil der Schwedinnen und Schweden dafür ist, dass das öffentliche Radio und Fernsehen weiterhin durch eine Gebühr finanziert wird. Könnte dies mit der sympathischen Imagekampagne zu tun haben?

Möglich ist es. Denn wann hat sich die Billag letztmals mit einer öffentlichen Aktion wie jener in Stockholm in ein positives Licht gestellt und sich bei den Gebührenzahlern bedankt?

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