10. Juli 2007 von Klartext

Das Märchen von der Quadratur des Zirkels

Von August E. Hohler

Once upon a time … Ein Märchen, ein wahres. Aber das Märchen handelt nicht von der rezenten Krise beim “Tages-Anzeiger”, die “zum (vorläufig) guten Ende” (NZZ) gekommen ist, zumal sich bei Niederschrift dieser Zeilen, Ende September, der Wahrheitsgehalt des Happy-Ends nicht entfernt überprüfen lässt. Es handelt von derselben Zeitung, spielt vor langer oder auch nicht so langer Zeit und ist jedenfalls, mit Thomas Mann zu reden, “unbedingt in der Zeitform der tiefsten Vergangenheit vorzutragen”. Es handelt von der allmählichen Verwandlung eines grauen Anzeigers in ein Farbe bekennendes, engagiertes Blatt und ist vielleicht eher ein bisschen unglaublich als märchenhaft.
Once upon a time … Zürich, fünfziger Jahre. Werden Sie mir glauben, junge Leserinnen und Leser, dass ich, einer von zwölf Redaktoren, jede zweite Woche jeden Morgen, acht Jahre lang, um 03.30 Uhr aufstehe und um 04.00 Uhr, da nicht im Besitz eines Autos, vom Taxi zum “Tages-Anzeiger” gefahren werde, wo ich a) den Briefkasten leere, b) die meterlangen Papierschlangen der Fernschreiber abschneide und sortiere, c) die aktuellen Fotos auswähle (die dann um ca. 04.30 Uhr vom Veloboten der “Photopress” abgeholt und eine gute Stunde später als Clichés zurückgebracht werden), d) endlich damit beginnen kann, noch immer allein im Haus, die Auslandsmeldungen zu redigieren, im Normalfall eher für die zweite Seite, denn Stehsatz für die erste ist schon da und vorumbrochen, von Frontpage ist (noch) keine Rede, so dass e) der Restumbruch verbleibt, zu dem inzwischen auch Kollegen vom Inland, Lokalen etc. eingetroffen sind, worauf f) nach sieben Uhr die Rotationsmaschinen zu laufen beginnen …

So war es, eine riskante Idylle. Der andere junge Auslandredaktor war Walter Stutzer, Senior im Ressort war Fritz Vogelsanger, der uns das Handwerk des Redigierens beibrachte und eine Meinung hatte, aber kaum je eine Zeile schrieb, sowenig wie der damalige Chefredaktor, der Wenninger hiess und von dem mir keine Meinung erinnerlich ist. Sie war nicht gefragt. Der Lohn war allmonatlich abzuholen im unteren Stock beim alten Herrn Coninx, Senior des jetzigen Seniors, Aug’ in Auge, Unterschrift, Handschlag.
Für weltpolitische Übersichten zum Wochenende hatten wir zwei würdige externe Mitarbeiter, Paul P. und Dr. J.F.K., mit denen wir jeweils am Mittwoch oder Donnerstag das Thema des nächsten Leitartikels besprachen. Als Schöngeist, der statt in Walter Boeschs Feuilleton ins Ausland geraten war (zu Beginn mit einem Viertelbein in der Wirtschaft, weil eine kaufmännische Lehre hinter mir habend), schrieb ich drei Jahre lang keine aussenpolitische Zeile, was übrigens durchaus sinnvoll war. Aber mit der Zeit fanden wst. und später auch ich, wir könnten eigentlich, statt uns immer nur mit P.P. und J.F.K. herumzuschlagen, ab und zu selber etwas schreiben. Es entstanden Kurzkommentare, sogar redaktionelle Leitartikel, anlässlich der Ungarn- und Suezkrise, 1956, kamen wir uns schon ziemlich professionell vor.

Das war ein Anfang. Ein anderer, um Vergebung, ist heute nur noch komisch. Ich hatte nebenbei die wöchentliche Seite “Für die Frau” zu betreuen, das zugestandene Gärtchen, in dem erbauliche Betrachtungen angestellt, Ratschläge erteilt und Rezepte vorgeschlagen wurden. Dann geschah es, ein Glücksfall, dass ich Laure Wyss kennenlernte, welche damals die Frauenbeilage mehrerer bürgerlicher Tageszeitungen redigierte. Bei ihr durfte ich pseudonymlich Glossen über Familiäres schreiben, sie ergriff bei mir als “Katharina Latterbach” das Wort, eine Zeitlang kreuzten wir im Gärtchen unter Pseudonym die Klingen, so dass es ansatzweise zum Fechtplatz dessen wurde, was später als Emanzipation die Gemüter bewegte. Laure Wyss, dies die erfreuliche Folge, kam zum “Tages-Anzeiger”, übernahm die Seiten “Leben heute” in der Wochenendausgabe “TA 7”, der Vorläuferin des “Tagi-Magazins”, an dessen Gestaltung und Glanzzeit sie dann zusammen mit Peter Frey so entscheidenden Anteil hatte.
Aber ich greife vor und muss mich vor ausschweifendem Erzählen hüten. Der junge Auslandredaktor A.E.H. verwandelte sich (mehr dem Elan seiner Frau gehorchend als dem eignen Triebe) vorübergehend in einen Bonner Korrespondenten und lernte als solcher im geteilten Deutschland die Torheiten von Kommunismus und kapitalistischem Antikommunismus aus der Nähe kennen, glaubte schliesslich bald gar nichts mehr von dem, was konservative Erziehung, Schule und Hochschule ihm eingebleut hatten. Aufklärung ab ovo wurde überlebensnotwendig, Umrisse eines humanen Weltbildes wurden sichtbar, Bundesgenossen waren erwünscht und stellten sich ein. Peter Frey, statt dass ich zu ihm an “Die Woche” ging, kam an den “Tages-Anzeiger”, Regula Renschler wurde die erste politische Redaktorin hierzulande, Hans Tschäni sorgte im Inland, Hugo Leber im Feuilleton und im TAM für frischen Wind. Es war nicht alles Gold, bewahre, aber es war ein Drang und eine Lust, kräftiger zu schreiben, ohne ständiges Schielen auf sogenannte Mehrheitsbedürfnisse, wenn auch dem Kollegen Walter Stutzer, inzwischen Chefredaktor, mein eifriger “radikaler Humanismus”, der sich bei Erich Fromm ernährte, bisweilen zu weit ging.
Ja, wir hatten unsere Hausgötter im “TA 7”, Fromm, wie gesagt, Jean Améry, Arnold Künzli, Max Frisch, Eduard Zellweger, den Historiker Valentin Gitermann (bester Russlandkenner des Landes, der, weil “links”, in Zürich nicht Universitätsprofessor werden durfte). Aber die Zeitung hatte auch glänzende Schreiber unter ihren Korrespondenten: Gody Suter in Berlin, Roland Nitsche in Wien, Gustav Mersu in Rom … und junge Talente auf der Redaktion, Marlies Strech, Peter Meier, Peter Studer, dessen Abgeklärtheit mich schon damals verwunderte.
Das waren Anfänge, Anläufe, Ansätze einer engagierten, kritischen Zeitung, die der TA allmählich wurde. Als er es war, gefährdet immer wieder, war ich schon nicht mehr dabei. Once upon a time …

Aber es gab eine Zeit, in den siebziger Jahren, da wir in Basel an “National-Zeitung” und “nz am wochenende” in ehrgeizig-anregendem Wettstreit mit TA und TA-Magazin um die Gunst einer kritischen Leserschaft warben. Vorher und nachher freilich, 1969 beim Wechsel der Aktienmehrheit an der “Weltwoche”, 1976 bei der Basler Fusion, machte ich hautnah dieselbe bittere Erfahrung wie jetzt die Leute vom “Tages-Anzeiger”: “Wo massive Interessen auf dem Spiel stehen, hört der Spass auf. Im Clinch mit der Wirtschaft verliert immer die Demokratie, im Clinch mit dem Profit immer der Mensch.” (Zitat aus meinem Essay “Der Mann mit dem Hammer”, in: “Redefreiheit – ein Begriff”, 1991). Die alte Geschichte.
Neu an den Vorgängen beim TA scheint mir dreierlei zu sein: dass es da um die grösste seriöse Tageszeitung geht; dass die Manager des Blattes ihre Interessen in seltener Unverfrorenheit aufdeckten; dass eine breite Öffentlichkeit in seltener und anscheinend erfolgreicher Heftigkeit darauf reagiert hat. Also doch ein Happy-End?
Wenn Friedensforscher wie Johan Galtung oder Till Bastian mit ihrer These recht haben, wonach wirtschaftliches Wachstum und Frieden, wirtschaftliches Wachstum und Ökologie unvereinbar geworden sind (siehe Golfkrieg! siehe Autoverrücktheit!), dann wird die kritische, “unabhängige” Zeitung, von Fernsehen und Radio nicht zu reden, letztlich zur Quadratur des Zirkels. Das ist pessimistisch, ja. Was bleibt? Wir haben keine Chance, nutzen wir sie! Trotz allem, immer wieder.
Märchen sind lebenswichtig.

Der Autor

KLARTEXT-Gast August E. Hohler, 66, hat während seiner 15 Jahre dauernden Tätigkeit beim “Tages-Anzeiger” die Entwicklung vom faden Allerweltsblatt zur politisch profilierten Zeitung miterlebt und entscheidend mitgeprägt. Er war von 1952 bis 1960 Auslandredaktor, von 1960 bis 1962 Bonner Korrespondent und von 1963 bis 1967 Leiter der “Tagi”-Wochenendbeilage “TA 7”. Danach, von 1967 bis 1969, war Hohler Chefredaktor der “Weltwoche” und schliesslich, von 1969 bis 1979, Leitender Redaktor bei der “National-Zeitung” und – nach der 1976 vollzogenen Fusion mit den “Basler Nachrichten” – bei der “Basler Zeitung”. Daneben arbeitete er regelmässig für Fernsehen und Radio. Nach einem psychotherapeutischen Weiterbildungsaufenthalt in den USA verabschiedete sich Dr. phil. August E. Hohler vom Tagesjournalismus und eröffnete 1981 in Basel eine psychologische Praxis. Daneben blieb er freilich stets auch publizistisch tätig. Sein letztes Buch erschien 1990: “Der Nagel ist nicht das Bild”.

10. Juli 2007 von Klartext

Dogma, Demut, Gruppendruck

Mit Viktor Schlumpf feuerte “Tages-Anzeiger”-Boss Heinrich Hächler innerhalb eines knappen Jahres zum drittenmal einen Chefredaktor – weiteres Exempel für den Führungsstil des gelernten Druckers, der über den Medienkonzern und seine Kader nach Art eines Sekten-Gurus herrscht. Preisfrage: Wie lange spielt die Besitzer-Familie Coninx noch mit?

Damit hatte Heinrich Hächler, der Delegierte des Verwaltungsrats der “Tages-Anzeiger AG”, nicht gerechnet. Die Entlassung von “Tagi”-Chef Viktor Schlumpf – der dritte Rausschmiss eines Chefredaktors des “Tages-Anzeiger”-Konzerns innerhalb von nur elf Monaten – erregte nicht bloss beim notorischen Protest-Publikum links der politischen Mitte die Gemüter. Aufgeregt und mit dramatischen Worten meldeten sich auch Angehörige des bürgerlichen Lagers. Der an der Zürcher Werdsdtrasse inszenierte Wildwest-Akt provozierte Reaktionen, wie sie hierzulande nach medienpolitischen Unternehmer-Entscheiden rar sind.
In einem ganzseitigen Inserat in der “Neuen Zürcher Zeitung” argwöhnten 177 Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben, “dass im Haus ,Tages-Anzeiger’ gegenwärtig eine publizistisch-staatspolitische Führung fehlt”. Fazit der aufsehenerregenden “Erklärung zu den Vorgängen beim ,Tages-Anzeiger'”: “Pressefreiheit in Gefahr.” Und was Hächler wie die Eigentümer-Familie Coninx gleichermassen wurmen musste: Zu den prostierenden Unterzeichnern gehörten gleich zwei frühere Chefredaktoren – Walter Stutzer und Peter Studer – und mit Hans Tschäni der bislang prominenteste Kolumnist des Blattes.
Jürg Tobler, bei den “Luzerner Neusten Nachrichten” einst selbst als Chefredaktor gefeurt, schrieb dem “lieben Viktor” im “St. Galler Tagblatt” einen fast seitenlangen Brief (“Abschied von einem Kollegen”) und befand: “Das stolze Wort ,Verleger’ wirkt in Zusammenhängen wie diesen recht deplaziert.” Und gar der rechtsfreisinnige Gottlieb F. Höpli, sonst ein fleissiger “Tagi”-Kritiker, prophezeite in der NZZ bedauernd, mit Schlumpfs “Abgang dürfte die Ära des sich zuvorderst politisch verstehenden Journalismus beim ,Tages-Anzeiger’ – sie ist erst rund 25 Jahre alt – sich ihrem Ende zuneigen”.
Die öffentliche Verurteilung der Schlumpf-Entlassung war total, Zustimmung blieb vollends aus.
Da half auch eine von Ueli Heiniger unsäglich unbeholfen geleitete “Club”-Diskussion am DRS-Fernsehen nichts, in welcher sich der interessanterweise im letzten Moment noch zusätzlich eingeladene “Radio 24”-Plauderer und Hächler-Intimus Roger Schawinski langfädig und unwidersprochen nach Art eines “Tages-Anzeiger”-Konzernsprechers aufführen durfte – die von Heiniger vorerst als Legitimation für die Schawinski-Teilnahme ausgegebene Entlassung Schawinskis als “Tat”-Chefredaktor vor 13 Jahren war während der ganzen Sendung keine Sekunde lang Gesprächsthema.
Dass sich dann Schawinski beim Kaffee nach der Sendung damit brüstete, Hächler habe ihm den Chefredaktoren-Job beim “Tagi” angeboten, verstärkte bei manchen der übrigen “Club”-Teilnehmer den Verdacht, Heiniger habe den Radiounternehmer bewusst als “Stimme Hächlers” – der wie gewohnt absagen liess – vor die Kamera geholt, diesen Sachverhalt aber unredlicherweise nicht offengelegt.
Wie auch immer: Ohne die vernichtenden externen Reaktionen auf den Hau-Ruck-Entscheid, den unbequem gewordenen Chefredaktor “in gegenseitigem Einvernehmen” in die Wüste zu schicken, hätte der “Verleger” (Hächler über Hächler) wohl kaum zu dem bemerkenswerten unternehmerischen Slalomlauf angesetzt, an dessen Ende er der Interims-Chefredaktion ein paar formelle Zugeständnisse machte und zudem Florian Hew, den “Geschäftsleiter Zeitungen” und Mann fürs Grobe, teilweise entmachtete. Die Widerrede im eigenen Bau hätte dazu mitnichten ausgereicht.
Zwar hatten die Redaktorinnen und Redaktoren in einer im “Tagi” veröffentlichten ersten “Erklärung zur faktischen Absetzung von Viktor Schlumpf” noch mit “Empörung” reagiert und wacker die Überzeugung formuliert, “dass eine entmündigte Redaktion und eine zur Befehlsdurchsetzung degradierte Chefredaktion auf Dauer keine erfolgreiche Zeitung produzieren können”. Doch der Konter folgte auf dem Fuss. Hächlers treue Adlaten in den Chefetagen warfen sich mit Elan für ihren angeschlagenen Boss in die Bresche – und zwar gleich doppelt:
● “Kader und Teile der Belegschaft” richteten einen wohl von Zeitschriften-Geschäftsleiter Armin Feitknecht inspirierten “offenen Brief” an die “Tagi”-Redaktion, worin sie den Journalistinnen und Journalisten worwerfen, durch deren “Polemik” werde “unser Ruf geschädigt” – dieser Frontalangriff auf die ohnehin gebeutelte “Tagi”-Redaktion, für den im Betrieb diverse Souschefs aufdringlich Unterschriften sammelten, trägt laut Firmensprecher Peter Hegetschweiler “auch die Unterschriften der amtierenden Chefredaktoren der Zeitungen und Zeitschriften des Konzerns”;
● Die “Annabelle”-Chefredaktorin Gina Gysin sowie die sechs Chefredaktoren Dieter Bachmann (“Du”), René Bortolani (“Das Magazin”), Werner Ehrensperger (“Schweizer Familie”), Roland Falk (“TV plus”), Peter Wirz (“Anzeiger von Uster”) und Kurt W. Zimmermann (“SonntagsZeitung”) fühlten sich zudem gedrängt, noch eine eigene Ergebenheitsadresse zu verfassen, in welcher sie eilfertig versichern, “hinter dem Unternehmen und seinem Verleger” zu stehen – Mitunterzeichner Zimmermann, erinnern sich Kollegen, war 1978 der erste gewesen, der sich in der “Tat”-Redaktion für einen Streik gegen die Entlassung Schawinskis ausgesprochen hatte.
Ausserdem: Schon drei Tage nach der Schlumpf-Absetzung publizierte das sofort eingesetzte interimistische Chefredaktions-Trio Thomas Biland/Werner Keller/Toni Lienhard flugs einen gemeinsamen Leitartikel (“So geht es beim ,Tages-Anzeiger’ weiter”), in welchem es sich mit dem Rausschmiss des Chefredaktors abfand (“Wir sind traurig”) und treuherzig deklamierte, der “Tagi” bleibe “eine politische Zeitung” und “eine kritische Zeitung” – das sei “auch der Wille unseres Verlegers Heinrich Hächler”.
Sogar der Gefeuerte selbst nahm in einem Gespräch mit “Radio DRS” Heinrich Hächler, der sich im Verwaltungsrat immerhin die Vollmacht zur Entlassung geholt hatte, in Schutz: Den Konflikt, welcher der “Trennung” zugrunde lag, reduzierte Schlumpf auf ein “gestörtes Verhältnis” zu seinem direkten Vorgesetzten Florian Hew. Solch vornehme Zurückhaltung mag daran liegen, dass die Verhandlungen über die Abgangsentschädigung für den ausgebooteten Chefredaktor noch pendent sind.
Jedenfalls war damit der hausinterne Widerstand gebrochen. Daran änderte auch eine von Redaktionsseite angeregte und von den Medienverbänden SJU (“Schweizerische Journalistinnen- und Journalisten-Union”) und VSJ (“Verband der Schweizer Journalisten”) gemeinsam organisierte “Protest-Kundgebung”, gut zwei Wochen nach dem Entlassungsbefehl, nichts mehr. Die Rede, die der Schriftsteller Adolf Muschg bei dieser Gelegenheit hielt, wurde zwar öffentlich beachtet. Doch das hilflose Motto der Veranstaltung (“Sich treffen, reden, austauschen, sich bestärken”) hielten manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ebenso naiv wie die Tatsache, dass von Gewerkschaftsseite ausgerechnet die Pressesprecherin der Freisinnigen aufs Podium eingeladen worden war.
Im Hause “Tages-Anzeiger” folgte inzwischen der zweite Akt in einem Stück, das wie eine schlecht erfundene Groteske anmutet: Just die Streitpunkte, die zumindest den äussern Anlass für den Rauswurf Schlumpfs am 12. September geliefert hatten, waren genau zwei Wochen später, am 26. September, angeblich keine mehr. Nach einer dreitägigen Klausur im Tessin – an der Hächler, Hew und die Interims-Chefredaktoren “intensiv” über die Zukunft der Zeitung “debattiert” hatten – erfuhr das verblüffte Publikum Kabarettreifes:
● Der künftige Chefredaktor ist – anders als es für Schlumpf zuletzt galt – in personellen und publizistischen Fragen nicht mehr dem “Geschäftsleiter Zeitungen”, sondern direkt Heinrich Hächler unterstellt – Geschäftsleiter Florian Hew verliert mithin sein Veto-Recht gegenüber entsprechenden chefredaktionellen Entscheidungen;
● der “Tages-Anzeiger” erhält ein neues Redaktionsstatut, wonach der Delegierte des Verwaltungsrates “die oberste Verantwortung für den ,Tages-Anzeiger'” trägt – erst im Juni dieses Jahres war nach jahrelangen Diskussionen das umstrittene Statut in Kraft getreten, das den jetzt kaltgestellten Hew zum bevollmächtigten Statthalter Hächlers machte und die Entlassung Schlumpfs formell rechtfertigte.
Gleichzeitig erwies Hächler der neuen Chefredaktion die Gnade, wenigstens einen Teil jener von Schlumpf verlangten Personalentscheide realisieren zu dürfen, deretwegen Schlumpf – weil er auf ihnen bestand – gehen musste:
● Der profilierte Umwelt-Journalist Peter Baumgartner, der vorübergehend als Tessiner Korrespondent gearbeitet hat, darf in die Inland-Redaktion zurückkehren;
● die bisherige “Tourismus und Reisen”-Redaktorin Eva Mackert darf Ressortchefin für den “fünften Zeitungsbund” werden, in dem abwechslungsweise die Rubriken “Reportagen”, “Tourismus”, “Alltag” und “Medien” erscheinen.
Nicht genehmigen mochte Hächler einzig den aufs Thema Asylpolitik spezialisierten Peter Hug als Leiter des Ressorts “Schweiz”; an seiner Stelle wird der offenbar als harmloser eingestufte Inlandredaktor Richard Diethelm befördert.
“Wozu dann der Eklat?” fragte die NZZ ratlos, als die Hächlersche Spitzkehre bekanntgeworden war.
Erklären lässt sich derlei widersprüchliche Geschäftspolitik wohl allein mit dem sonderbaren Führungsstil, den Heinrich Hächler seit seinem 1983 geschafften Aufstieg an die Spitze des “Tages-Anzeiger”-Konzerns etabliert hat und der ihm offenbar ermöglicht, im Alleingang fast beliebig zu schalten und zu walten – und die Kadermitglieder selbst in höchst heiklen Situationen immer wieder auf seine Seite zu ziehen. “Die gesamte Chefetage in diesem Unternehmen”, urteilt ein früherer Kadermann, “funktioniert im Grunde wie eine Sekte – mit Hächler als unbestrittenem Guru und seinen direkten Untergebenen als treue Gemeinde.”
Der Vergleich ist keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Zum einen gebärdet sich der Konzernherr tatsächlich in mancherlei Beziehung wie ein Sektenführer. Er fasst einsame Entschlüsse, die er alsogleich zu Dogmen erklärt und ebenso unvermittelt wieder umstürzt. Er verfügt über ausgesprochenes Charisma und übt auf seine Umgebung rücksichtslosen Gruppendruck aus. Er weicht direkten Konflikten konsequent aus und lässt sie stattdessen von Getreuen austragen, die er notfalls ohne Skrupel fallenlässt. Er vereinnahmt hemmungslos den Privatbereich seiner engsten Mitarbeiter, die er regelmässig zu Waldspaziergängen und Segeltörns befiehlt. Und er vermeidet es nach Möglichkeit, mit mehr als einem Gesprächspartner aufs Mal zu kommunizieren – denn “er liebt”, wie Martin Beglinger in der “Wetlwoche” treffend schrieb, “den Dialog, in dem sein Wort das letzte ist”.
Zum andern hat er es fertiggebracht, Figuren um sich zu scharen, die auf solche Attitüden abfahren: sei es, dass sie – wie etwa Geschäftsleiter Armin Feitknecht oder der langjährige Generalsekretär Urs Kaufmann – ihren Aufstieg in allererster Linie dem Wohlwollen des grossen Meisters und weniger ihrer professionellen Qualifikation verdanken; sei es, dass sie – wie etwa die drei Mitglieder der neuen “Tagi”-Chefredaktion – Hächlers unbestrittene Fähigkeit zur schnellen Analyse und zur Motivierung bewundern und darob seine ebenso unbestrittene Ungeduld und seinen Hang zur Instrumentalisierung der höheren Mitarbeiter verdrängen.
Um den Guru mild zu stimmen, nahm die neue Chefredaktion beispielsweise die Trennung von dem angesehenen Kommentator Hans Tschäni in Kauf. Der hatte für seine seit 1984 regelmässig erschienene Kolumne “Politische Gedankengänge” einen Text zu den Vorfällen beim “Tages-Anzeiger” geschrieben (Titel: “Die innere und äussere Pressefreiheit sind zweierlei”), den ihm die Chefredaktion – nach der Wende-Klausur im Tessin – “zur Aktualisierung” zurückgab: obschon der Artikel “mit einem Nachsatz versehen war” (Tschäni). Das war für den Autor zuviel. Die wortreichen “Beteuerungen über Pressefreiheit … zerstreuten meinen Argwohn keineswegs”, teilte der pensionierte “Tagi”-Redaktor den neuen Chefs mit. Und: “Diese Bestätigung des Misstrauens festigte … meinen Entschluss, aufzuhören.”
Schon zuvor hatte Chefredaktions-Mitglied Toni Lienhard – einst ein fulminanter Verfechter redaktioneller Mitbestimmung – Hächler zuliebe den Abdruck eines vom “Tagi”-Ressort “Hintergrund” bestellten und pünktlich abgelieferten Artikels des Publizisten Oskar Reck zum gleichen Thema untersagt: ohne den Text auch nur gelesen zu haben.
Solche Ehrerbietung gehört im Umgang mit dem Vorsitzenden Heinrich Hächler zum Alltag und treibt mitunter die unglaublichsten Blüten. Als sich etwa Hächlers regelmässiger Segel-Kamerad Florian Hew (mutmassliches Jahreseinkommen: gegen 500’000 Franken) anstelle seines Chefs von Roger Schawinski in der “Radio 24”-Sendung “Doppelpunkt” zur Entlassung Schlumpfs interviewen liess und dabei auch ein paar Musikwünsche zugut hatte, wählte er als erstes Rod Stewards Song “Sailing” mit der Liedzeile: “I am sailing stormy waters to be near you, to be free …”
Der von Hächler forcierte Gruppendruck erfasst aber selbst Leute von respektablerem intellektuellem Kaliber. “Du”-Chefredaktor Dieter Bachmann zum Beispiel konzedierte zwar gegenüber seinem Redaktionsteam, dass seine Unterschrift unter die peinliche Loyalitätserklärung zugunsten des Delegierten “ein Fehler” sei – doch da hatte er bereits unterschrieben.
Ohne Zweifel hat Hächler, der den führenden Mitgliedern seiner Crew ganz im Stil eines Sekten-Oberhaupts immer mal wieder eine “Demutsphase” zumuten will, wie kaum ein zweiter Manager hierzulande den heutigen Zeitgeist erfasst. In seinem Umgang mit Untergebenen nutzt er meisterhaft die derzeit weitverbreitete Neigung zur Vereinzelung, der Loyalität allemal mehr gilt als Solidarität. “Diese Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik”, vermutet eine Redaktorin des “Tages-Anzeigers” wohl zu recht, “hätte in den siebziger Jahren wahrscheinlich auch bei karrierebewussten Leuten nicht annähernd den gleichen Erfolg gehabt wie heute.”
Wie sehr Hächler auf sein Modell Sekte setzt, zeigt sich aufs trefflichste darin, dass er in dem von ihm befehligten Konzern von insgesamt immerhin rund 4000 Beschäftigten auf eine institutionalisierte Personalpolitik schlicht verzichtet. Sogenannte Qualifikationsgespräche – in andern Unternehmen eine Selbstverständlichkeit – finden bei der “Tages-Anzeiger AG” nicht statt. Und umfassende firmeninterne Information der Belegschaft gilt längst nichts mehr. “Wir glauben … an den Wert eines von Vertrauen getragenen Informationswesens”, hiess früher die Devise – schon 1987 strich der Boss diesen Satz aus dem “Unternehmens-Leitbild”.
“Die Maschinen werden bei uns gewartet”, meint ein langjähriger Mitarbeiter im technischen Betrieb, “die Menschen nicht.” Nur folgerichtig, dass die Personalabteilung in “Personaladministration” umbenannt wurde und dass sich Hächler von der Sozialpartnerschaft verabschiedete, indem er die Mitgliedschaft der Firma bei den Unternehmerverbänden SVGU (“Schweizerischer Verband Graphischer Unternehmen”) und SZV (“Schweizerischer Verband der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger”) auf Ende 1991 aufkündigte.
Klar, dass solche Unternehmenspolitik namentlich die Gewerkschaften verunsichert – ein wirkungsvoller Mobilisierungs-Effekt freilich resultiert daraus bislang nicht, weder bei den Verbänden des technischen Personals noch bei denjenigen der Redaktionsangehörigen. Die “Tagi”-Redaktion ist zwar fast vollzählig organisiert, ungefähr je zur Hälfte bei SJU und VSJ. Doch trotz des hohen Organisationsgrads vermochte sie sich weder gegen das – mittlerweile allerdings wieder aufgehobene – autoritäre Redaktionsstatut noch gegen die “Ablösung” von Schlumpf zur Wehr zu setzen. “Angesichts des Hächler-Regimes”, so ein langjähriger Gewerkschafter, “gerät die SJU immer mehr zur ,Schweizerischen Jammer-Union’.”
Der Guru setzt seine Glaubenssätze aber nicht nur nach unten durch. Er hat – obschon am Unternehmen nicht beteiligt – längst auch nach oben das Sagen. Als er vom Verwaltungsrat (Präsident: Hans Heinrich Coninx, Vizepräsident: Heinrich Hächler) das Plazet für die Entlassung von Chefredaktor Schlumpf verlangte, mochte einzig der 16,7-Prozent-Anteilseigner Severin Coninx gegen das Ansinnen aufbegehren. Doch der kultivierte Mediziner aus Bern hatte gegen den gelernten Drucker keine Chance. Hans Heinrich Coninx, wiewohl seinerzeit von Hächler vom Direktionspräsidenten-Posten verdrängt, hielt – genau wie der Rest des kopfnickenden Gremiums – zu seinem Manager und liess zu, dass sein Cousin Severin unter Protest aus dem Verwaltungsrat austrat.
Kein Problem für Heinrich den Grossen, der sich gern “Rico” nennen lässt. Im Nu war der vorübergehend auf vier Mitglieder geschrumpfte Verwaltungsrat auf sieben Personen aufgestockt: von seiten der Besitzer-Familie mit Jürg Hauser, einem Titularprofessor für angewandte Volkswirtschaftslehre an der Uni Zürich und Schwager von Hans Heinrich Coninx, und mit Pietro Supino, einem jugendlichen Branchen-Greenhorn und Neffen von Severin Coninx. Hächler seinerseits empfahl erfolgreich seinen blaublütigen Geschäftsfreund Charles von Graffenried, Immobilienhändler und Verleger der zu 49 Prozent dem “Tages-Anzeiger” gehörenden “Berner Zeitung”.
So wie sich Rico in der Angelegenheit Schlumpf durchsetzte – den er wohl nicht nur aus Rücksicht gegenüber vergraulten Inserenten, sondern auch wegen angeblich zu grosser Nähe zum rot-grünen Zürcher Stadtrat loswerden wollte – , so dominiert der Delegierte den Verwaltungsrat meist. Er bestimmt weitgehend die Traktandenlisten der Sitzungen. Nach allfälligen geschäftlichen Problemen pflegen die verwaltungsrätlichen Mitglieder der Coninx-Familie – die Hächler gegenüber Spezis auch schon mal mit dem Attribut “degeniert” schmückt – ohnehin kaum zu fragen.
Dabei bestünde durchaus Anlass dazu. Wunderheiler Hächler steigerte zwar den Cash-flow des Hauses von 1983 bis 1989 von 26,0 auf stolze 77,7 Millionen Franken (1990: 70,0 Millionen) und puschte den für die Dividenden-Ausschüttung massgeblichen Reingewinn im gleichen Zeitraum von kärglichen 4,2 auf 23,9 Millionen (1990: 21,8 Millionen). Doch mittlerweile beginnt der Glanz da und dort matt zu werden. Und zwar nicht allein aufgrund des dramatischen Einbruchs im Inserate- und insbesondere im Stellenanzeigen-Markt. In sogenannten strategischen Bereichen, deren Förderung Hächler vor Jahren zu predigen begann, klaffen ebenfalls Lücken.
Im heiklen Sektor Tiefdruck etwa, wo der grosse Vordenker davon träumte, die schweizerische Nummer eins zu werden, kommt das Unternehmen inzwischen kaum mehr vom Fleck. Nach der Übernahme der Druckerei “Conzett + Huber”, Mitte der achtziger Jahre, nahm sich Stratege Hächler vor, die akquirierte Firma gemeinsam mit der bereits im eigenen Konzern befindlichen “Imago Tiefdruckerei” zu einem monströsen Druckzentrum zusammenzulegen – als “Nebeneffekt” hätte die wertvolle “Conzett + Huber”-Liegenschaft nach diesem Plan äusserst profitabel “anderweitig genutzt” werden können.
Im Hinblck auf dieses Mega-Projekt kaufte die “Tages-Anzeiger AG” 1987 für schätzungsweise 50 bis 70 Millionen Franken das 60’000-Quadratmeter-Grundstück der ehemaligen “Färberei Schlieren AG”. Einschliesslich Neubau und Einrichtung hätte die auf diesem – erst noch von Chemikalien kontaminierten – Gelände geplante Zeitschriften- und Akzidenz-Druckerei rund 320 Millionen kosten sollen. Das Baugesuch wurde im Juli 1989 eingereicht, im April 1990 befahl Hächler den Abbruch der Übung. “Der Markt”, so Hächlers plötzliche Erleuchtung, welche die eigene Fehleinschätzung überstrahlen sollte, “hat sich sehr schnell verändert.” Heute sitzt das Unternehmen auf dem Grundstück, bis Ende 1991 wird das letzte Gift aus dem Erdreich herausgefiltert, und nächstes Jahr “will man sich überlegen, was man mit dem Land macht” (Hächler-Sprecher Hegetschweiler). Bei “Conzett + Huber” ist derweil, wie Insider wissen wollen, die “Situation schlimmer als erwartet”.
Einen ähnlichen Flop landete der nichtsdestotrotz selbstbewusste Guru mit dem im voraus hochgelobten “Trias”-System, das als “zentral gesteuerte Elektronisierung” sämtliche Verlage und Redaktionen sowie die Inserate- und Akzidenzsysteme des Konzerns auf Vordermann bringen und zudem ein Verkaufsschlager der Branche werden sollte. Die Entwicklung besorgte die 1987 gegründete “MCC Informatik AG”, an der die “Tages-Anzeiger AG” anfänglich zehn Prozent, Hächler und Hans Heinrich Coninx persönlich aber je 45 Prozent der Aktien hielten.
Inzwischen funktioniert “Trias” erst bei “Tages-Anzeiger” und “SonntagsZeitung”, die Verantwortlichen der übrigen Verlagsobjekte wehren sich gegen die Einführung des noch immer nicht ausgereiften Computer-Systems, in welches das Unternehmen gegen zehn Millionen Franken investiert hat. Als der Misserfolg unübersehbar wurde, liessen sich Hächler und Coninx nach dem Motto “Sozialisierung der Verluste” ihre Aktien von der “Tages-Anzeiger AG” abkaufen – jetzt ist die unterdessen zu einem Firmenkonglomerat angewachsene MCC eine 100prozentige “Tagi”-Tochter.
Funkstille herrscht mittlerweile auch im angeblich strategischen Sektor elektronische Medien. Armin Walpen, der von Hächler 1988 angeworbene frühere Chef des “Radio- und Fernsehdienstes” im “Eidgenössischen Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement”, hat das Haus bereits wieder verlassen. Er verfasste zwar, wie vom Chef geheissen, zahlreiche Konzepte und suchte in der Branche nach “massgeblichen Beteiligungen”. Als er dann aber einen unterschriftsreifen Vertrag für eine “Tagi”-Beteiligung an einem Lokalradio vorlegte, wollte Hächler nichts mehr davon wissen.
Punkto geografischer Ausweitung im Verlagsbereich – ein weiteres HächlerHobby – stehen die Räder ebenfalls still: sowohl in der näheren Umgebung als auch im immer wieder wortreich beschworenen “Europa”. Bruno Glaus, der sich im Auftrag des Verlegers um Beteiligungen an kleineren, ausbaufähigen Regionalzeitungen kümmerte (“Anzeiger von Uster”) wechselte als Verlagschef zu den “Glarner Nachrichten”. Und aus der immer wieder vollmundig angekündigten “Zusammenarbeit mit Zeitungen im süddeutschen Raum” – die sich Hächler beispielsweise als Trägerzeitungen für “Das Magazin” vorstellte – ist bislang ebenfalls nichts geworden: Weder der frühere Hächler-Assistent Franz Brunner noch sein vorübergehender Nachfolger René Bortolani brachten die erhofften internationalen Verbindungen zustande.
All das beunruhigte die “Tagi”-Besitzer bisher offenbar nicht. Solange die Dividende stimmte, gebärdeten sich die Mitglieder der Coninx-Familie so treuherzig wie die Sekten-Gemeinde in der operativen Konzernleitung. Das könnte freilich schon in nächster Zukunft anders werden: Bis zu 30 Millionen Franken Mindereinnahmen sagen Branchenkenner der “Tages-Anzeiger AG” für das laufende Jahr voraus – das ist mehr als der Reingewinn von 1990.
Sollte das Ergebnis doch günstiger ausfallen, werden sich die Kapitaleigner beim eben entlassenen Chefredaktor Viktor Schlumpf bedanken müssen. Er war es schliesslich, der zusammen mit seiner Redaktion den “Tagi” zur “erfolgreichsten, grössten und kompetentesten Komplettzeitung in der Deutschschweiz” (Hew) machte: mit täglich 267’000 Exemplaren und 738’000 Leserinnen und Lesern.

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