11. Juli 2007 von Klartext

Christenliebe?

bbü./ Heilanddonner! So oder ähnlich haben wahrscheinlich die Redaktoren der bernisch-kantonalen reformierten Kirchenzeitung “Saemann” zumindest in Gedanken geflucht, als sie die Front-Schlagzeile der “Reformierten Presse” (“Wochenzeitung der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz”) lasen. “Köniz: Lokales Kirchenblatt beliebter als ‚Saemann‘” stand da – berichtet wurde über eine Isopublic-Studie über das Medienverhalten bei kirchlich-religiösen Themen in Köniz. Tatsächlich hatte die Kirchgemeinde Köniz an einer Pressekonferenz über die Studie informiert, bereits an dieser PK aber hatte “Saemann”-Präsident Stefan Ramseier einiges klargestellt: Etwa, dass der angegebene Rückgang der “Saemann”-LeserInnenschaft auf zwei Umfragen beruhe, die sich nicht vergleichen liessen. Oder dass der Vergleich mit dem lokalen “Kirchen-Spiegel” schwierig sei, da dieser gar nicht in allen Könizer Kirchenkreisen verteilt werde. Diese Klarstellungen aber nahm die “Reformierte Presse” nicht in ihre Berichterstattung auf. Weshalb? Tätige christliche Nächstenliebe wird es kaum gewesen sein. Aber wie wärs mit tätiger christlicher Konkurrenz?

11. Juli 2007 von Klartext

Je weiter rechts, …

nl./ Die Amtsenthebung des Berner Polizeidirektors Kurt Wasserfallen (FDP) bot vielen JournalistInnen Anlass zu wilden Spekulationen über Hintergründe und Motive und der NZZ Gelegenheit zur Kollegenschelte. Der Berner “Bund” musste eine regelrechte Standpauke aus dem Mutterhaus über sich ergehen lassen. Etwas mehr Distanz zur rot-grün dominierten Stadtregierung täte dem “Bund” gut, schrieb NZZ-Mittellandkorrespondent Jürg Kiefer. Mit “unverhohlener Genugtuung” habe die Zeitung die Teilentmachtung des bürgerlichen Polizeidirektors zur Kenntnis genommen. Auch NZZ-Inlandredaktor Matthias Saxer kritisierte wenig später die anscheinend links unterwanderte Presse. Er betitelte den Lokalrivalen “Tages-Anzeiger” als “publizistischen Sekundanten” der Linken, nachdem der Tagi beim Abstimmungssonntag sieben verworfene Volksbegehren zur Annahme empfohlen hatte. Saxer suggerierte, das Abstimmungsergebnis sei auch eine Niederlage für den “Tages-Anzeiger”. Offensichtlich gilt: Je weiter rechts man steht, desto mehr Linke sieht man.

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