11. Juli 2007 von Klartext

Nico der Unermüdliche

hs./ Zweimal hat er beim “Tages-Anzeiger” bereits im Zorn gekündigt, doch Klaus Peter Robert Cadsky, besser bekannt als Nico, ist geblieben und kommentiert karikaturistisch das Tagesgeschehen. Er tut dies mittlerweile bereits seit 35 Jahren. Gelegentlich erntet er geharnischte LeserInnen-Reaktionen, bevorzugt bei religiösen Themen. Nico habe, so schreibt Viktor Giacobbo, ein “liebevolles Faible für die klassische Stofflieferantin der weltweiten Humorbranche: die katholische Kirche”. Und das ist gut so.
Seit vielen Jahren publiziert der “Tages-Anzeiger” jeweils einen Sammelband besonders gelungener Nico-Karikaturen des vergangenen Jahres. Diesmal zum zwanzigsten Mal, und dies war dem Tamedia-eigenen Werd Verlag Anlass, den berühmten Karikaturisten porträtieren zu lassen. Das Buch enthält auch eine Reportage über volkshochschulartige Workshops, in denen Nico Laien das Geheimnis des Karikaturenzeichnens beizubringen versucht. Dazu kommen Beiträge von Viktor Giacobbo, Walter Stutzer, Dieter Bachmann und Peter Hegetschwiler (“Mutig, lieber Nico, mich um einen Beitrag zu deinem Buch zu bitten. Mich, den du während mindestens 30 Jahren mindestens 30 Mal jährlich (und etwas mehr) genervt, geärgert, gestresst hast.”). Und der Kunsthistoriker Peter Killer erläutert einen netten Zufall: Auch der bedeutende Politkarikaturist Martin Disteli war Oltner wie Nico.
Zwei Punkte jedoch stören das Vergnügen am Buch. Erstens die von Frank Lübke verfassten Texte, besonders das Porträt, und zweitens die Buchgestaltung. Das Porträt ist über weite Strecken geschwätzig, bis hin zur Belanglosigkeit (“Heute zeigt er die ganze Wohnung, die beiden Schlafzimmer von ihm und Katrin.”). Mehrere Interviews, darunter ein Doppelinterview mit Hans-Heinrich Coninx und Nico, hinterlassen einen halbfertigen Eindruck. Weniger ärgerlich, aber dennoch nicht optimal, zumindest für BuchliebhaberInnen: Das Buch erscheint in Spiralheftung und erreicht damit den Charme eines Betty-Bossi-Kochbuches. Immerhin entschädigt die Auswahl “The Best of Nico 2002” für die durchgestandene Lesequal. Wiedersehen macht hier wirklich Freude.

Nico. “Das Buch über, von und mit dem Karikaturisten.” Verfasst von Frank Lübke. Werd Verlag, Zürich 2003.

11. Juli 2007 von Klartext

Qualitätssicherung

hs./ Qualitätssicherung ist zum Modethema in der deregulierten Gesellschaft geworden. Ob Altersheim oder Grossmetzgerei, ob Verlagshaus oder Kanonenfabrik, alle bemühen sie sich um ein anerkanntes Gütesiegel. Doch was heisst “Qualität” für die Medien? Wie optimieren freie JournalistInnen die Qualität ihrer Arbeit? Zu diesem Thema organisiert die Kommission Freie der Gewerkschaft Comedia am Samstag, den 20. September eine ganztägige Tagung. Das Einstiegsreferat (“Qualitätssicherung im Umgang mit Freien auf den Redaktionen”) hält der Zürcher Medienwissenschaftler Vinzenz Wyss. In Interviews skizzieren anschliessend verschiedene Text- und Bild-RedaktorInnen ihre Anforderungen an Freie. Nach und vor einer “musicalisch-comediantischen Einlage von Gusti Pollak” laden am Nachmittag mehrere bekannte freie JournalistInnen zu fünf Workshops und zur Vertiefung der aufgeworfenen Fragen.

Tag der Freien. Zürich, Konferenzraum WWF, Hohlstrasse 110. 20. September 2003, 10 bis 17 Uhr. Unkostenbeitrag 45 Franken, inkl. Essen und Apéro. Anmeldung bis 6. September, über www.comedia.ch/freie.

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