21. Oktober 2010 von Claudia Salzmann

Ohne den Sozialpartner

Tamedia schliesst die Druckerei in Oetwil am See im Frühjahr 2011. Dies wurde vor einer Woche bekannt. Dabei werden 71 Stellen abgebaut. Wie das genau geschehen soll, will Tamedia alleine entscheiden und hält es nicht für nötig, das Vorgehen mit dem Sozialpartner abzusprechen. Die Betriebskommission der Druckerei werde momentan von der Tamedia-Geschäftsleitung unter Druck gesetzt, den Sozialplan aus dem Jahr 2009 zu unterschreiben, sagt Hans-Peter Graf, Zentralsekretär Grafische Industrie von Comedia, gegenüber Klartext.ch. «Weitere Verhandlungen hat Tamedia keine vorgesehen», so Graf weiter. Gemäss dem gültigen Gesamtarbeitsvertrag wäre der Zürcher Medienkonzern jedoch verpflichtet, die Gewerkschaft zu Rate zu ziehen, um gemeinsam einen neuen Sozialplan auszuarbeiten oder immerhin die bestehende Vorlage zu überarbeiten. Heute finden die ersten Gespräche zwischen Comedia und der Belegschaft der Druckerei statt.

11. Oktober 2010 von Claudia Salzmann

Druck unter Druck

Technologiefortschritte verstärken die Krise.

Bildquelle: zvg

Die Zeitschrift «Annabelle» wird in Zukunft in Deutschland gedruckt. Tamedia will so Kosten sparen.

Nicht nur die günstigeren Produktionskosten im Ausland sollen helfen, die Kosten des Verlagshauses zu optimieren, auch die Kündigungen bei der Druckerei Ziegler in Winterthur an der Tamedia als Minderheitsaktionärin beteiligt ist und wo die «Annabelle» bishher gedruckt wurde, wirken sich zugunsten von Tamedia aus.

Die Druckerei gab nach Umsatzeinbussen in den letzten beiden Jahre am 4. Oktober 12 Kündigungen bekannt. Diese Zahl wurde kurz daraufhin nach unten korrigiert, wie die Mediengewerkschaft Comedia mitteilt, jedoch nicht aus Nettigkeit, sondern weil man wohl erkannt hat, dass auf diese Weise längere Kündigungsfristen und Umschulungskosten umgangen werden können, wie es der Gesamtarbeitsvertrag GAV für die grafische Industrie ab zehn Entlassungen vorsehen würde.

Personalabbau in der Druckbranche sind derzeit keine Seltenheit. Vor zwei Wochen hiess es in der Innerschweiz minus 17 Stellen. Als Grund für die Kündigungen in der Druckerei UD Print hiess es in einer Mitteilung an, man wolle sich reorganisieren, um «zurück in die Gewinnzone» zu kommen und sich auf ihre Kerntätigkeit «Kundendruck» konzentrieren.

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