18. Januar 2010 von Bettina Büsser

SRG: Konvergenz für Kinder

Eine Redaktion, drei Kanäle: «Kinderwelt» heisst das erste konvergente Programm der SRG Deutschschweiz.

Die erste trimediale Redaktion der SRG Deutschschweiz wird Realität: Unter dem Projektnamen «Kinderwelt» arbeiten MitarbeiterInnen von Radio, TV und Internet an einem Kinderprogramm, das Ende August 2010 starten soll – produziert von einer einzigen Redaktion. «Unser Projektauftrag ist relativ einfach», sagt Thomas Grond, seit November Projektleiter «Kinderwelt» und seit September Redaktionsleiter des SF-Kinderprogramms: «Wir dürfen für Kinder im Alter zwischen zirka sieben und elf Jahren ein trimediales Programm machen. Wir alle arbeiten in einer Redaktion zusammen und produzieren Programme für Radio, Fernsehen und Internet.»
Für die MitarbeiterInnen bedeutet die neue Struktur ein grundsätzliches Umdenken. Am Beispiel einer Bastelsendung erklärt Grond, was Konvergenz konkret bedeutet: Wird heute beim Fernsehen eine solche Sendung konzipiert, denkt man früh darüber nach, wie sie am Bildschirm umgesetzt werden kann. «Künftig müssen wir uns überlegen, was dabei für das Kind am interessantesten ist. Erst dann stellt sich die Frage, auf welchem Vektor es umgesetzt wird.» Radio, TV und Internet können sich dabei gegenseitig speisen – ein Medium nimmt Themen von einem anderen auf, kann sie weiterverfolgen, ergänzen oder vertiefen.
Nach wie vor wird das Fernsehen zeitmässig einen viel grösseren Anteil haben als das Radio: Bei DRS 1 bleibt es bei der täglichen Stunde Kinderprogramm von 19 bis 20 Uhr, beim Fernsehen wird die «Kinderwelt» täglich zwischen 16.30 und 18.30 Uhr stattfinden, mit Eigenleistungen, Live-Elementen und natürlich Serien. «Online», ergänzt Grond, «bildet die Klammer über das ganze Programm.»
Das Angebot für Kinder wird tendenziell ausgebaut, mehr Ressourcen stehen aber nicht zur Verfügung. «Wir behalten die bisherigen Budgets, es ist also keine Sparübung», sagt Grond. Ausserdem ergäben sich Synergien – bisher hatten etwa die Kinderprogramme «Pirando» (Radio) und «Tubii» (TV) je einen eigenen Online-Auftritt, künftig wird es einen «Kinderwelt»-Online-Auftritt geben. Die Zusammenlegung der Kräfte sieht Grond als einen der Vorteile des trimedialen Projekts – er räumt jedoch auch einen Nachteil ein: «Eine Zusammenlegung ist immer eine Kulturveränderung. Alles wird neu, das kann selbstverständlich Ängste auslösen. Wir arbeiten in Gesprächen intensiv daran, dass dieser Change gut verläuft und der Übergang vom Vektor-Denken zum Inhalts-Denken klappt. Das ist ein Prozess, der ja im gesamten Konzern geschieht.» n

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