30. November 2010 von Ursin Tomaschett

Bei Glogger nichts Neues

Dass Helmut-Maria Glogger in seiner Funktion als “Blick am Abend”-Kolumnist keine Möglichkeit auslässt, um anzuecken und damit des öfteren über das Ziel hinausschiesst, ist gemeinhin bekannt. Ebenso, dass Glogger als Vollblut-Boulevardjournalist auch die Kollegenschelte nicht scheut, was in der Vergangenheit beispielsweise Daniel Binswanger vom TA-Magazin zu spüren bekam. Worauf sich dieser erfolgreich beim Presserat beschwerte und “Blick am Abend” einen Rüffel kassierte.

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5. November 2010 von Philippe Wenger

Vulkanleichen zeigen: Darf man das?

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Diesen Satz hat jeder Journalist schon viel zu oft und jede Journalistin die einen Fotografen kennt noch viel mehr gehört. Doch manchmal portieren diese „Worte“ menschliches Leid in einem Masse, das schwer zu ertragen ist.

Legendär dazu die Seite 31 des NZZFolio „Bomben“ (Januar 2005), in dem ein Foto den abgerissenen Kopf einer Selbstmordattentäterin zeigt. Nichts für schwache Mägen und doch veranschaulicht dieses Bild das menschliche Leiden hinter den Anschlägen besser als jeder Text.

Der Fall kam – verständlicherweise – vor den Presserat. Dieser stellte sich letztlich hinter die Beschwerdeführer und sah Ziffer 8 der Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten verletzt.

Leichenschau auf blick.ch

Menschen sterben aber gewaltsam nicht nur durch Menschenhand, sondern auch durch die Kräfte der Natur. Wie aktuell auf Java in Indonesien. In der Nacht auf letzten Freitag brach der Vulkan Merapi aus und eine „sengende Gaswolke trieb bis zum 15 Kilometer vom Krater entfernten Dorf Bronggang und verbrannte mindestens 54 Einwohner“, schreibt NZZOnline heute. Dazu präsentieren NZZ Online und Blick.ch eigene Bildstrecken. Der Blick mit Leichen von Menschen und Tieren, die NZZ zeigt nur tote Tiere.

Zur Darstellung von toten Menschen hält der Presserat unter Punkt 8.3 in der Erklärung der Pflichten und rechte der Journalisten folgendes fest: „Untersagt sind sensationelle Darstellungen, welche Menschen zu blossen Objekten degradieren: Als sensationell gilt insbesondere die Darstellung von Sterbenden, Leidenden und Leichen.“

Kämen diese – ästhetischen durchaus ansprechenden – Bilder vor den Presserat, er wäre wohl „not amused“ und Blick.ch scheint sich hier nicht um berufsethische Standards zu scheren. Ein Informationsbedürfnis wird durch die Bilder jedenfalls nicht gedeckt.

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