11. Oktober 2010 von Claudia Salzmann

Druck unter Druck

Technologiefortschritte verstärken die Krise.

Bildquelle: zvg

Die Zeitschrift «Annabelle» wird in Zukunft in Deutschland gedruckt. Tamedia will so Kosten sparen.

Nicht nur die günstigeren Produktionskosten im Ausland sollen helfen, die Kosten des Verlagshauses zu optimieren, auch die Kündigungen bei der Druckerei Ziegler in Winterthur an der Tamedia als Minderheitsaktionärin beteiligt ist und wo die «Annabelle» bishher gedruckt wurde, wirken sich zugunsten von Tamedia aus.

Die Druckerei gab nach Umsatzeinbussen in den letzten beiden Jahre am 4. Oktober 12 Kündigungen bekannt. Diese Zahl wurde kurz daraufhin nach unten korrigiert, wie die Mediengewerkschaft Comedia mitteilt, jedoch nicht aus Nettigkeit, sondern weil man wohl erkannt hat, dass auf diese Weise längere Kündigungsfristen und Umschulungskosten umgangen werden können, wie es der Gesamtarbeitsvertrag GAV für die grafische Industrie ab zehn Entlassungen vorsehen würde.

Personalabbau in der Druckbranche sind derzeit keine Seltenheit. Vor zwei Wochen hiess es in der Innerschweiz minus 17 Stellen. Als Grund für die Kündigungen in der Druckerei UD Print hiess es in einer Mitteilung an, man wolle sich reorganisieren, um «zurück in die Gewinnzone» zu kommen und sich auf ihre Kerntätigkeit «Kundendruck» konzentrieren.

9. Oktober 2010 von Ursin Tomaschett

Dranbleiben! Dranbleiben?

…will der Tages-Anzeiger. Dazu lädt er die Leserschaft ein, der Redaktion mitzuteilen, wo die Zeitung auch künftig die Finger draufhalten soll. Mit Kartonpfeilen können Leserinnen und Leser auf den Gegenstand der Berichterstattung hinweisen und Bilder davon auf ein eigens dafür eingerichtetes Blog vom Tagi hochladen.

Wenig amused war man an der Werdstrasse als eine Leserin auf diese Weise wünschte, der Tagi solle an den Entlassungen von Journalisten dranbleiben und ihren Wunsch wiefolgt begründete: “Lesen wir im Tagi bald nur noch Leserbriefe und Pressemitteilungen, weil es in den Redaktionen keine Journalisten mehr gibt, die Geschichten schreiben? Bleibt bitte, bitte dran – und uns erhalten.“ Tamedia reagierte umgehend und löschte den Wunsch kurzerhand.

Einigermassen subtile Kritik an der Personalpolitik des Zürcher Medienkonzerns – jüngstes Beispiel von Mitte September – ist bei Tamedia offenbar unerwünscht. Dranbleiben?

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