31. August 2010 von Nick Lüthi

Noch ein paar Worte zur BaZ

Der Reflex spielte:  Wenn der neue BaZ- Chefredaktor Markus Somm heisst, dann wird die Zeitung künftig einen rechtskonservativen Kurs fahren. So lautet mehrheitlich der Tenor in der Berichterstattung zur Inthronisierung des bisherigen Weltwoche-Vize am Rheinknie. Ob dem tatsächlich so ist – wir können uns nur wiederholen – erfahren wir erst, sobald Somm in die Tasten greift. Wir bleiben skeptisch angesichts dieser simplen Gleichung. Denn anders als bei der Weltwoche steht bei der BaZ künftig kein Duo an der Spitze, das im Gleichtakt auf der rechten Überholspur Gas gibt. Mit Urs Buess hat Somm einen Stellvertreter, der politisch links seines Vorgesetzten steht. Dieses Spannungsfeld zwischen Chef und Vize kann publizistisch äusserst fruchtbare Ergebnisse zeitigen. Und was soll so schlimm sein, wenn doch hauptsächlich Markus Somm den Ton angibt? Neben all den Forumszeitungen, die oft Windfahnen gleich, mal in diese und dann wieder in die andere Richtung kommentieren, um es ja allen recht zu machen, würde die Schweizer Zeitungslandschaft durchaus ein Blatt vertragen, das politisch klar zu verorten ist. Dass die Linke in  Basel aufjault bei der Personalie Somm, liegt auf der Hand. Diese Reaktion sagt aber mehr aus über die bisherige Berichterstattung der BaZ , als über die künftige. Parteien und Politiker finden eine Zeitung dann gut, wenn sie ihre Meinungen möglichst ungefiltert wiedergibt – was gemessen am Aufschrei von Rot-Grün bei der alten BaZ offenbar der Fall war.

30. August 2010 von Nick Lüthi

BaZ bald auf «Weltwoche»-Kurs?

«Gibt es nicht zu viele Linksradikale in den Medien?», fragte Tito Tettamanti rhetorisch, nachdem er Anfang 2010 zusammen mit Martin Wagner die Basler Zeitung gekauft hatte. Damit meinte der Tessiner Financier bestimmt nicht Journalisten wie Markus Somm, der ab sofort die Chefredaktion der BaZ übernimmt. Als Autor einer Hagiographie von Christoph Blocher und einer Guisan-Biographie, die linke Geschichtsverdrehung korrigieren will, tickt Somm ganz nach Tettamantis Gusto und empfahl sich mit seinem bisherigen Wirken als stellvertretender Chefredaktor der Weltwoche geradezu für den Chefposten am Rheinknie.

Ob Somm seinen aktuellen politisch-publizistischen Kurs bei der BaZ weiterführen wird, darüber lässt sich heute erst spekulieren. Nach dem ersten Leitartikel lässt sich hierzu sicher mehr sagen. Was ihm Verleger Wagner und Financier Tettamanti sicher ins Stammbuch schreiben werden, ist eine wirtschaftsfreundliche Berichterstattung. Die beiden BaZ-Käufer haben in der Vergangenheit mehrfach betont, die Zeitung müsse sich in diesem Bereich offener zeigen. Was den politischen Kurs angeht, so zeigte sich zumindest Verleger Wagner in der Vergangenheit offen und sprach sich für Meinungsvielfalt aus. Gebe die BaZ «allen» eine Plattform, tue es ihm nicht weh, «wenn auch Meinungen vertreten werden, die nicht mir entsprechen», sagte Wagner gegenüber KLARTEXT.

A propos zu viele Linksradikale, die Tittamanti in den Medien vermutet: Markus Somm war auch mal einer.

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Ausgabe: 5 | 2018

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