Heinrich Weingartner, Initiant und Geschäftsführer Kultz Bild: Daniela Kienzler

Aktuell – 17.03.2021

Neues Online-Magazin Kultz: Ganz schön frech

Satire und Feuilleton für die Zentralschweiz, das soll Kultz.ch bringen. Vor dem Start gibt sich das neue Online-Magazin schon mal ziemlich frech – auf jeden Fall seiner künftigen Konkurrenz gegenüber.

Bettina Büsser

Während in Bern angesichts der Fusion der Lokalredaktionen von Berner Zeitung und Bund unter dem Titel «Neuer Berner Journalismus» das Bedürfnis nach einem neuen Online-Magazin ausgelotet wird, sind sie in der Zentralschweiz schon ein paar Schritte weiter: Dort steht das neue Online-Magazin Kultz in den Startlöchern.

Kultz, so der Initiant und Geschäftsführer, Heinrich Weingartner, setzt auf Kultur und Satire. Wobei mit Kultur laut Weingartner «ein weit definierter Feuilleton-Journalismus» gemeint ist. Zum Thema Satire ergänzt er: «Im Zentralschweizer Journalismus gibt es nichts, das aneckt. Es fehlen Frechheit und Humor.»

Ganz schön frech gab sich Kultz gegenüber den bisherigen Zentralschweizer Medien: Im Film zum Crowdfunding – es brachte übrigens mehr als die angestrebten 33 333 Franken ein – wurden sie ziemlich angemacht. Mit «Die Zentralschweizer Medienlanschaft kann schlimme Nebenwirkungen verursachen» begann es. Dann wurde aufgezählt: Zu Radio 3FACH hiess es «Magenbrennen von einem Jugendradio, das nicht einmal weiss, wie spät es ist», zur Luzerner Zeitung «Kopfschmerzen von einem Lokalblatt mit provinziellem Kulturverständnis », zu zentralplus.ch «Übelkeit von einem Online-Medium, das Push-Nachrichten verschickt, wenn die Polizei in Oberägeri einen Maikäfer rettet», und zu 041 «Depressionen von einem Kulturmagazin, dem die Chefredaktorinnen und Chefredaktoren schneller davonlaufen als die Abonnentinnen und Abonnenten». Die Rettung? Natürlich Kultz.

«Die meisten Medien haben sportlich reagiert, wir haben nur ein böses Mail erhalten», sagt Weingartner. Man sei übrigens sowohl mit dem Kulturmagazin 041 wie mit der Newsplattform zentralplus.ch in Kontakt getreten, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen. Eine Art betriebliche Zusammenarbeit gibt es bereits mit Tsüri.ch und Bajour.ch: Wie diese beiden arbeitet Kultz mit dem Content Management System von We.Publish. Und wie die beiden setzt Kultz auf ein Member-Modell. Rund 500 Members zählt Weingartner bisher, 1 000 sind das Ziel für dieses Jahr.

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Die Members sollen einen Teil zum Budget von Kultz beitragen, das sechs Teilzeitstellen plus die Honorare von Freischaffenden finanzieren soll. Dazu kommen Beiträge der öffentlichen Hand und von Stiftungen. «Und natürlich hoffen wir, wie die anderen auch, auf die Medienförderung des Bundes», ergänzt Weingartner. Bisher ist die Finanzierung bis Juni dieses Jahres gesichert, der offizielle Start von Kultz soll Ende März oder Anfang April erfolgen. Bis dahin soll mit den Facebook- und Instagram-Auftritten und mit dem Newsletter die Leserschaft vergrössert werden. Auf der Webseite wird laut Weingartner derweil getestet, «was funktioniert und was nicht».

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Bettina Büsser

Redaktorin EDITO

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