Aktuell – 17.02.2016

RSI: Empörung und Schock im Ticino über «unwürdigen» Stellenabbau

Es war im neuen Jahr der erste Stellenabbau im Medienbereich – die SRG spart bekanntlich 40 Millionen. Das kostet 250 Stellen und bringt auch Entlassungen.

Bei RSI im Tessin wurde das so vollzogen: Mitteilung unmittelbar während der Arbeit, «Sie sind entlassen und müssen auf der Stelle gehen», Schreibtisch räumen, Abgabe von Eingangs-Badge, Zugang zum Computer gesperrt. Und Kollegen der Personalabteilung oder sogar Mitarbeiter der Security begleiten die Entlassenen zum Studioeingang. «Erschreckend, unwürdig». Die Empörung bei den Mitarbeitenden ist massiv. Die Gewerkschaft SSM, die eben mit der SRG einen Sozialplan ausgearbeitet hat, protestiert: «Teils langjährige Mitarbeiter werden wie Delinquenten behandelt». Zuerst dementiert der RSI-Direktor in einem internen Video, muss kurz danach zurückkrebsen und Fehler eingestehen. Eine klare Entschuldigung bleibt aus, immerhin darf der SSM-Gruppe-Präsident auf dem Sender Stellung beziehen: «Unakzeptabel».

Das Ereignis ist Thema in allen Tessiner Medien! SRG-Generaldirektor Roger de Weck hat sich eingeschaltet und versprochen, die Sache zu prüfen. Der nationale HR-Leiter trifft sich im Tessin mit dem SSM. Beruhigt ist die Situation bei Redaktionsschluss noch nicht. SSM Tessin verlangt einen Stopp für die weiteren geplanten Sparmassnahmen. Zunächst müsse das Vorgefallene geklärt werden.

 

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