Aktuell – 27.04.2015

Fragen wäre eine Option

In der "SonntagsZeitung” hat Andreas Kunz über einen "Geldsegen für Roger de Weck und Co.” berichtet und dabei geschrieben, dass de Weck 2014 560’000 Franken verdient habe, 68’000 Franken mehr als 2013.

Auf infosperber.ch hat Urs P. Gasche dann mit "SRG: SoZ verbreitet falsche Zahlen” darauf reagiert: Dem Geschäftsbericht der SRG sei zu entnehmen, dass die SRG den Zahlungsmodus geändert habe und deshalb die Löhne der Geschäftsleitung "mit dem Vorjahr nicht vergleichbar” seien. In Tat und Wahrheit habe de Weck 7’000 Franken mehr verdient als im Vorjahr. Und: Die SoZ habe weder de Weck noch die SRG-Medienstelle zu den im Artikel verbreiteten Zahlen nach einer Stellungnahme gefragt.

Einen Tag vorher hatte Lucien Scherrer in der NZZ zu seinem Artikel "Grüne machen sich in der Kalki breit” über die Zürcher Genossenschaft Kalkbreite geschrieben und in einem Kasten als Beispiel Zahlen zu den Mietverhältnissen der SP-Politikerin Françoise Bassand publiziert: Sie "besetze” mit ihrer Familie eine 140 Quadratmeter grosse 5 1/2-Zimmer-Wohnung, ein Flächenverbrauch also von 35 Quadratmetern pro Kopf. Dafür bezahle die Familie "gerade einmal” 2600 Franken* – während eine Wohnung gleicher Grösse im freien Markt "weit über 3000 Franken” koste.

Wenig später stellte Françoise Bassand im Blog der "Kalkbreite” unter dem Titel "Genossenschaftliches Wohnen in der Kalkbreite – eine Richtigstellung zum heutigen Outing in der Neuen Zürcher Zeitung”
richtig: Sie und ihre Familie bewohnten eine 5 1/2-Zimmerwohnung mit einer Nutzfläche von 126,7 Quadratmetern (Wohnfläche pro Kopf 31,675 m2) und bezahlten dafür 2915 Franken (dazu Nebenkosten akonto 154 Franken plus Soli-Fonds 32 Franken).

"Hätte er mich vorgängig angefragt, hätte ich ihm gerne Auskunft darüber gegeben”, so Bassand an die Adresse von Lucien Scherrer.

Fragen ist in der Tat durchaus eine journalistische Option.

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*P.S.: In der Online-Ausgabe des Artikels sind Scherrers Angaben zu den Mietkosten verschwunden. In der Papierausgabe aber sind sie weiterhin nachzulesen.

Nachtrag: Die NZZ bzw. Lucien Scherrer hat offiziell korrigiert ("Korrigendum”/”Wir bitten um Entschuldigung”) – online hier, im Print soll die Korrektur am Mittwoch, 29. April erscheinen.

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