Aktuell – 27.04.2015

Sonntagszeitung und TeleZüri versus SRG: Bedenkliche journalistische Fehler

Die SonntagsZeitung SZ veröffentlichte am Sonntag Zahlen aus einem Geschäftsbericht der SRG, der erst zwei Tage später publiziert wird. Sie interpretiert dabei Zahlen vermutlich falsch, weil sie das Kleingedruckte nicht gelesen hatte. Handwerklich ok? Nein. Die Sonntagszeitung fragte (trotz Vorpublikation des Geschäftsberichts, trotz offenbar unklarer Zahlen) bei der SRG nicht nach. Handwerklich ok? Eher nein. Die SZ äussert in ihrem Text gegenüber SRG-GD Roger De Weck eine politisch brisante Anschuldigung einer unangemessenen Lohnerhöhung– ohne ihn damit zu konfrontieren. Handwerklich korrekt? Eher nein. Die SRG macht am Sonntag Morgen auf den Fehler aufmerksam und kann dies mit einleuchtenden Argumenten belegen. Die Sonntagszeitung reagiert nicht öffentlich. Handwerklich korrekt? Nein. Obwohl das Dementi der SRG über OTS verbreitet worden ist, gibt Markus Gilli im abendlichen Talk von TeleZüri die Meldung der Sonntagszeitung weiter – ohne Hinweis auf die Berichtigung der SRG. Handwerklich korrekt: nein. Es würde interessieren, wie Sonntagszeitung und TeleZüri ihr Verhalten selbst kommentieren.

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2 Kommentare

#1

Von Heinz Meister
27.04.2015
Fakt ist, Herr de Weck hat letztes Jahr 560000 Fr. Lohn erhalten, so steht es nachweislich im Geschäftsbericht, so haben es Soz und TZ zitiert, und das soweit ersichtlich auch handwerklich korrekt. Nur der Vergleich gegenüber Vorjahr soll (angeblich) nicht vergleichbar sein. Die SRG hat keine weiteren Angaben zur Interpretation dieser Zahl geliefert. Warum wohl?

#2

Von Philipp Cueni
27.04.2015
Doch, die SRG hat Angaben zu der falschen Interpretation geliefert. Nur hat sie niemand aufgenommen. Und die Kernaussage, die Lohnerhöhung um 68'000 Franken, bleibt offenbar falsch.

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