Redaktionsschluss – 13.01.2016

Verlegerchef Lebrument bezeichnet die SRG als "hinterhältig"

Eine aggressive Rede an der Dreikönigstagung. Doch Köppel legte noch einen drauf.

Sie sind schon fast "kult", die Auftritte von Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument an den jährlichen Dreikönigstagungen: Man wettet unter Medienjournalisten bereits, welches seiner diversen Feindbilder er sich wohl dieses Mal vorknüpfen wird. Dieses Jahr war es keine Überraschung: die SRG. Diese Aggressivität im Ton hatte wohl aber kaum jemand so erwartet. Hier die Attribute, die er der SRG zugeordnet hatte – EDITO hat mitgeschrieben: Die SRG sei selbstherrlich, staatsnah, parastaatlich, sie sende falsche Schalmeientöne, vordergründig werde auf Eintracht gemacht, während im Hintergrund anders gehandelt werde, der Hinterhalt habe System, es gäbe eine Machtperfidie der SRG-Bosse, es werde heimlich, im Verborgenen vorbereitet, man werde überfallen, das sei Machtpolitik, die SRG ein Moloch.

Dennoch konnte Roger Köppel an der gleichen Veranstaltung noch einen draufsetzen. Er nannte die SRG ein "dunkles Imperium".

Lebrument will offenbar dennoch mit der SRG verhandeln, obwohl er die Vorschläge der SRG als "Provokation" bezeichnet hatte. Schlüsselpunkt für den Verlegerverband sei das Finden einer Lösung beim "Joint Venture, bei welchem alle mitmachen können". Diese Aussage fehlt zwar in der schriftlichen Version der Rede, ist aber interessant, hatte der SRG-Generaldirektor im Sonntagsblick doch eben gesagt: "Es ist eine offene Plattform, bei der jeder Interessent mitmachen kann."

Vielleicht sollte Verlegerchef Lebrument mit der SRG konkret verhandeln statt polemisieren.

Dass es kritisch und konstruktiv geht, zeigte in seiner Rede Otfried Jarren, der Präsident der Eidgenössischen Medienkommission EMEK: Er plädierte für ein Mediensystem mit einem starken Service public-Anbieter und starken privaten Medienhäusern. Er skizzierte, wie eine Balance dieses Systems möglich wäre. Und er scheute eine konstruktive Kritik an der SRG nicht.

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